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Ein Jahr Google+: Videokonferenzen und Datenschutzbedenken

Düsseldorf (dpa/tmn) Gut ein Jahr ist es her, dass Google sein eigenes soziales Netzwerk gestartet hat. Für Neuerungen wie die Kreise gab es Lob, doch Experten sehen auch Nachbesserungsbedarf - vor allem beim Thema Datenschutz.

Ein Jahr Google+: Videokonferenzen und Datenschutzbedenken

Konkurrent oder Ergänzung? Im Gegensatz zu Facebook wird Google+ nach Ansicht von Experten nicht nur privat, sondern oft auch beruflich genutzt. Foto: Andrea Warnecke

Seit dem Start von Google+ am 28. Juni 2011 hat sich bei dem sozialen Netzwerk einiges getan. 170 Millionen registrierte Nutzer hat Google+ nach eigenen Angaben, vor kurzem gab es einen Relaunch. «Dabei wurden vor allem das Design und die Darstellungsweise verändert», erklärt Patrick Wassel vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Dabei wurde nicht nur die Erreichbarkeit von Rubriken erleichtert. «Man kann nun auch schneller und einfacher kommentieren, und Fotos und Video sind in der normalen Darstellung bereits größer und lassen sich einfacher einstellen», sagt Jörg Leine von der Zeitschrift «Computer Bild». Auch bei den sogenannten Hangouts, Videochats mit bis zu zehn Personen, ist eine Neuerung dazugekommen: Neben Privatgesprächen mit Freunden gibt es inzwischen auch öffentliche Hangouts zu bestimmten Themen.

Einer der größten Unterschiede zwischen Google+ und dem Konkurrenten Facebook ist die Möglichkeit, sogenannte Kreise anzulegen. «In diese Kreise teilt man dann seine Kontakte ein», erklärt Leine. Alles, was man veröffentlicht, wird so nur einem ausgewählten Personenkreis zugänglich. Praktisch: Die anderen Nutzer können nicht sehen, in welche Kreise sie eingeteilt sind. So kann es theoretisch auch einen Kreis für Kontakte geben, mit denen man nur wenig zu tun haben möchte. Anders als bei Facebook, wo die Freundschaftsanfragen erst von einem angefragten Nutzer bestätigt werden müssen, ist bei Google+ auch eine einseitige Verbindung möglich.

Anlässlich des Relaunchs wurden auch aktuelle Nutzerzahlen veröffentlicht, Google selbst spricht von 170 Millionen Registrierungen. Wie viele aktive Konten sich tatsächlich dahinter verbergen, ist aber schwer zu sagen: Wer sich für einen Google-Account anmeldet, zum Beispiel für E-Mails, bekommt automatisch auch ein Konto bei Google+.

Die Nutzerschaft ist nach Einschätzung von Social-Media-Experte Wassel eine andere als beim bekanntesten Konkurrenten: «Facebook ist seit jeher privat geprägt», sagt er. «Google+ hingegen wird nach wie vor sehr viel von den sogenannten Early Adopters verwendet, die das Netzwerk beruflich und privat nutzen.» Google+ wirke nüchterner und sachlicher als Facebook.

Das Google-Netzwerk vernetzt seine Konten konsequent mit anderen Diensten des Unternehmens - von der Suchmaschine bis zum Mailaccount. «Das hat für den Nutzer den Vorteil, dass es sich um ein System mit weniger Barrieren handelt und mit einem Login mehrere Dienste verwendet werden können», erklärt Wassel. Auch der neu gestartete Cloud-Dienst Google Drive ist von vornherein auf die Zusammenarbeit mit Google+ eingerichtet.

Gerade diese Vernetzung liefert aber auch Anlass für Kritik von Datenschützern. «Durch die Zusammenführung der Nutzerinformationen verschiedener Dienste kann ein Profil gebildet werden», erklärt Juliane Heinrich, Sprecherin des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit aus Berlin. Ein solches Profil wird zum Beispiel genutzt, um personalisierte Werbung zu generieren.

Obwohl der Datenschutz bei Google+ zum Start gelobt wurde, muss sich das Netzwerk auch Fragen gefallen lassen - spätestens seit der Vereinheitlichung der Datenschutzrichtlinien für alle Dienste Ende Februar. Was geschieht mit den Daten? Wie lange werden sie gespeichert? Wozu werden sie verwendet? «Die erforderliche Einwilligung in die neue Datenschutzrichtlinie setzt voraus, dass der Nutzer auf diese Fragen klare Antworten findet», erklärt Heinrich.

Nutzer von sozialen Netzwerken sollten sich gut überlegen, was sie für wen veröffentlichen - das gilt auch für Google+. «Im Nachhinein Einträge zu löschen, kann sehr schwierig sein», sagt Juliane Heinrich, Sprecherin des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Besondere Vorsicht ist bei Fotos von anderen Personen geboten, die man nicht ohne deren Zustimmung posten sollte. Heinrich rät zudem, die Einstellungen zur Privatsphäre von Zeit zu Zeit zu kontrollieren: «Manchmal werden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verändert und die Einstellungen möglicherweise auf die Standardeinstellungen zurückgestellt.»

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