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Ein Krankenhaus verbietet das Händeschütteln

Im Video erklärt

Ob die Begegnung zwischen Arzt und Patient oder zwischen zwei Kollegen: In den meisten Krankenhäusern ist die Begrüßung per Handschlag normal. Nicht so an den Augusta-Kliniken in Bochum. Seit gut vier Monaten herrscht dort absolutes Händeschüttel-Verbot. Wie die Neuregelung bei Mitarbeitern und Patienten ankommt und ob das Verbot tatsächlich dabei hilft, Infektionen einzudämmen, erklären wir im Video.

von Miriam Instenberg

BOCHUM

, 02.09.2014

Die Begrüßung per Handschlag ist für viele Menschen ein Reflex, ein sozialer Mechanismus. Diesen Reflex muss seit Anfang Mai jeder unterdrücken, der die Bochumer Augusta-Kliniken betritt. Händeschütteln ist dort verboten. Wie die Krankenhaus-Leitung darauf gekommen ist und wie das Verbot umgesetzt wird, zeigen wir im Video.

Die Unkenrufe, das Augusta-Krankenhaus wolle durch das Händeschüttel-Verbot nur Desinfektionsmittel einsparen, haben sich übrigens nicht bewahrheitet. Im Gegenteil. Seit Mai verbrauchen Mitarbeiter und Besucher deutlich mehr Desinfektionsmittel als zuvor. "Das Thema ist vielen durch das Verbot erst richtig bewusst geworden", sagt Personalleiterin Monika Borggrebe.

Ulrich Froese, Geschäftsführer der Augusta-Kliniken, ist es wichtig, dass das Händeschüttel-Verbot nicht ausnahmslos gilt. "Wer eine Hand braucht, der bekommt sie auch", sagt er.

Nach schwierigen Gesprächen zwischen Arzt und Patient, wenn es beispielsweise um lebensbedrohliche Diagnosen geht, sei der direkte Kontakt wichtig. Nur der achtlose, nicht notwendige Handkontakt sei zu vermeiden.

Das Händeschüttel-Verbot gibt es nicht nur in Bochum: Auch am Lüdenscheider Klinikum ist Händeschütteln tabu. Viele andere Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen, beispielsweise das Universitätsklinikum in Münster oder das Dortmunder Knappschaftskrankenhaus, möchten auf den zwischenmenschlichen Kontakt per Handschlag nicht verzichten. 

 

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