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Ein Mann, der sich kümmert und anpackt

APLERBECK Das hätte sich Hans-Jürgen Quoss wohl auch nicht träumen lassen. Der, der sich in seinem Berufsleben nie in den Vordergrund gedrängt hat und lieber hat Taten sprechen lassen, steht plötzlich im Rampenlicht.

von Von Jörg Bauerfeld

, 18.10.2007

Im Saal des Amtshauses gab es ein dickes Dankeschön für den Mann, der die Straßen, Bordsteine und Kanaldeckel im Stadtbezirk so gut kennt wie kein anderer. Über 43 Jahre lang war Hans-Jürgen Quoss in Aplerbeck für den Straßenbau zuständig - im Bezirksteam Straße des Tiefbauamtes. Am 30. September hat der Straßenmeister seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten und jetzt wollte der Stadtbezirk "Danke" sagen.

"Ein Aplerbeck ohne Quoss, ich hab erst gedacht, das geht doch gar nicht", so Bezirksvorsteher Sascha Mader und hob noch einmal das Engagement und die Bodenständigkeit des Aplerbeckers hervor. Ein Kümmerer, der angepackt hat und der immer versucht hat, die Interessen der Bürger umzusetzen.

Auch schon mal ganz unbürokratisch. Unter dem Applaus von Mitgliedern der Bezirksvertretung, die viele Jahre konstruktiv mit ihm zusammengearbeitet hatten, und Mitarbeitern der Verwaltung nahm Hans-Jürgen Quoss die Glückwünsche entgegen. Schon ein wenig stolz, obwohl der 65-Jährige die großen Auftritte nun gar nicht so sehr mag.

"Ich bin doch ein wenig unruhig", hatte er kurz zuvor noch verraten. Viel lieber als in den Mittelpunkt gestellt zu werden spricht er über seine Arbeit. Besser gesagt über seine ehemalige Arbeit.

Dann blüht er richtig auf, legt seine liebenswerte Zurückhaltung ab - und erzählt. Über die Anfänge seiner Tätigkeit in Aplerbeck. Das war 1969, "da hatte ich noch im Amtshaus meinen Schreibtisch stehen", oder über seine letzten Projekte, die er vor seiner Pensionierung betreut hat. Eine neue Fahrbahn und gepflasterte Gehwege an der Schmerkottenstraße.

Was nun kommt? "Ich habe mehr Zeit für meine Hobbys. Angeln oder Reisen mit meiner Frau. Und mein Ruderboot an der Möhne, das hat mich auch schon lange nicht gesehen", sagt Hans-Jürgen Ouoss und lächelt sein Frau Ursula an. Die scheint aber dem Braten noch nicht so ganz zu trauen. Denn der geschulte Blick ihres Mannes registriert jede Unebenheit in der Fahrbahn, jede kaputte Bordsteinkante. Wozu das dann manchmal führt?

"Sie müssten mal sehen, wenn er Auto fährt. Dann achtet er auch auf jede Kleinigkeit, macht daraus eine richtige Ortsbegehung", sagt Ursula Quoss und man sieht ihr an, dass sie doch auch mächtig stolz ist auf ihren Mann.