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Ein Punkt fehlt: Deutsche Tennis-Herren kurz vor Halbfinale

Valencia. Das war stark und spannend! Mit einem Fünfsatzsieg haben Tim Pütz und Jan-Lennard Struff Deutschland in Spanien in Führung gebracht. Nun fehlt nur noch ein Sieg zum Weiterkommen. Der Druck liegt jetzt bei Rafael Nadal.

Ein Punkt fehlt: Deutsche Tennis-Herren kurz vor Halbfinale

Jan-Lennard Struff (oben, l) und Tim Pütz (oben, r) und Marc Lopez (unten, l) und Feliciano Lopez (unten, r) in Aktion. Foto: A. Saiz/AP

Nach der gewonnenen Nervenschlacht in Valencias Stierkampfarena fielen sich Tim Pütz und Jan-Lennard Struff überglücklich in die Arme, in der deutschen Box schrie Boris Becker seine Freude laut heraus.

Deutschlands Tennis-Herren sind im Davis Cup nur noch einen Sieg vom ersten Halbfinal-Einzug seit elf Jahren entfernt. Das deutsche Doppel setzte sich gegen das spanische Duo Feliciano und Marc Lopez mit 6:3, 6:4, 3:6, 6:7 (4:7), 7:5 durch und sorgte damit für großen Jubel im deutschen Lager.

Nach 4:39 Stunden verwandelten die beiden Deutschen in einem Krimi ihren ersten Matchball. Damit geht Deutschland mit einer 2:1-Führung in den Schlusstag. „Das war eines dieser Matches, für die man Tennis spielt“, sagte Struff nach der Achterbahnfahrt.

Am ersten Tag hatte Alexander Zverev Deutschland mit einem klaren Dreisatzsieg gegen David Ferrer in Führung gebracht, ehe Rafael Nadel mit einem ebenso deutlichen Erfolg gegen Philipp Kohlschreiber für den Ausgleich der Gastgeber gesorgt hatte. Am Sonntag (11.00 Uhr/DAZN) soll Zverev im Spitzeneinzel zunächst auf Nadal treffen, dann Kohlschreiber gegen Ferrer spielen. Änderungen sind aber noch bis eine Stunde vor Beginn der jeweiligen Partien möglich.

„Wir sind natürlich sehr froh, dass wir diese Achterbahnfahrt für uns entschieden haben“, sagte der deutsche Teamchef Michael Kohlmann. „Aber wir sind weit davon entfernt, dass wir nun morgen Favorit sind. Wir brauchen noch einen Punkt und es wäre schön, wenn wir diesen auch holen würden.“

In einer dramatischen Partie behielten Struff und Pütz am Ende die Nerven und bleiben damit im Davis Cup gemeinsam ungeschlagen. Schon in Portugal 2017 und in der ersten Runde in Australien Anfang dieses Jahres hatte das Duo mit wichtigen Siegen zu den jeweiligen Erfolgen beigetragen. Beide Male ebenfalls in fünf Sätzen. „Wir hätten uns das nach einer 2:0-Satzführung heute gerne erspart, aber sind froh, dass es am Ende doch gereicht hat“, sagte Pütz, der sonst lediglich bei unterklassigen Turnieren spielt. „Deshalb ist der Davis Cup immer eine besondere Bühne für mich und ich versuche, das zu genießen.“

Auch in Valencia begann das deutsche Doppel stark. Nach gerade einmal 36 Minuten machten die Deutschen den Gewinn des Auftaktsatzes perfekt. Zu Beginn des zweiten Durchgangs steigerten sich die beiden Spanier, immerhin French-Open-Sieger von 2016. Doch die deutsche Paarung überstand einige kritische Phasen und schnappte sich nach 1:33 Stunden auch Satz Nummer zwei - es wurde merklich ruhiger in der Stierkampfarena.

Doch das änderte sich in der Folgezeit. Struff und Pütz ließen ein wenig nach, die beiden Spanier steigerten sich dagegen und holten sich den dritten Durchgang mit 6:3. Nun wurde die imposante Arena im Herzen Valencias doch noch zum Hexenkessel. Auch Nadal hielt es in der spanischen Box nicht mehr auf seinem Stuhl. Immer wieder sprang die Nummer eins der Welt auf und peitschte seine Teamkollegen nach vorne. Der 31 Jahre alte Mallorquiner wusste um die Bedeutung dieser Partie. „Das ist Davis Cup“, kommentierte Kohlmann Nadals Mitfiebern.

Und die Unterstützung Nadals half zunächst. Im Tiebreak schafften Lopez und Lopez den Satzausgleich - ohrenbetäubender Jubel in der Stierkampfarena war die Folge. Im fünften Satz lieferten sich beide Doppel einen packenden Schlagabtausch - mit dem besseren Ende für das deutsche Team.

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