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Ein Wiedersehen mit Kenia

Hamburg. Vor dem Adel war Afrika sein Metier - für eine Fernsehreportage ist Royalexperte Seelmann-Eggebert noch einmal nach Kenia gereist. Was aus dem Land und den Menschen geworden sein mag, fragte er sich und packte die Koffer für seine wohl letzte große TV-Reportage.

Ein Wiedersehen mit Kenia

Rolf Seelmann-Eggebert hat sein Herz an Afrika verloren. Foto: Christian Charisius

Bei Afrika war es für Rolf Seelmann-Eggebert Liebe auf den ersten Blick, beim britischen Königshaus nicht ganz. Dabei ist der 81-Jährige seit Jahrzehnten den Fernsehzuschauern als der Blaublutexperte schlechthin bekannt.

„In Bezug auf die Royals hat es nicht sofort Klick gemacht, als ich nach London kam“, erzählt der ehemalige ARD-Korrespondent. „Allerdings interessierten sich plötzlich Redaktionen, von denen ich es nie für möglich gehalten hatte, für Diana und Charles.“ Das war Ende der 1970er Jahre - und kurz nach einer Zeit, in der ihn als Fernsehreporter ganz andere Themen beschäftigt hatten. Vor dem Adel war Afrika sein Metier - für seine voraussichtlich letzte große TV-Reportage ist er noch einmal dahin zurückgekehrt.

Das Erste zeigt „Ein Wiedersehen mit Kenia“ am Sonntag (19.15 Uhr) - am Tag nach der Hochzeit von Prinz Harry und seiner Meghan. Wenn sich das Paar in der Kapelle von Schloss Windsor das Jawort gibt, ist im Wechsel der Öffentlich-Rechtlichen das ZDF mit der Liveübertragung dran. Seelmann-Eggebert kommentiert unter anderem jeweils 45-minütige Zusammenfassungen für das NDR Fernsehen (19.5./21.45 Uhr) und das Erste (20.5./13.30 Uhr).

Sein Arbeitspensum hatte der in Hamburg lebende Journalist in den vergangenen Jahren zwar reduziert. Doch Afrika liegt ihm noch immer am Herzen. „Zum einen wollte ich nicht eines Tages meine Arbeit hier beenden und beim Publikum nur als der 'Königsfritze' in Erinnerung bleiben. Zum anderen hatte ich schon lange die Sehnsucht, noch einmal zu meinen Wurzeln zurückzukehren - Afrika revisited sozusagen.“

Fast zehn Jahre lang war er für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) als Berichterstatter dort: von 1968 an als Hörfunkkorrespondent in Abidjan/Elfenbeinküste, von 1971 bis 1977 als Fernsehkorrespondent im Studio Nairobi. „Entweder verlieben sich Menschen gleich in Afrika oder sie können rein gar nichts damit anfangen. Bei mir hat es sofort Klick gemacht“, sagt er im Interview. Der Kontakt dahin sei immer bestehen geblieben, vor allem durch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, etwa für die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung oder Königin Silvias World Childhood Foundation. „Viele der besten Gespräche über Afrika habe ich übrigens mit den Königshäusern geführt“, betont er.

„Ich denke oft an Afrika“, sagt er zu Beginn der Reportage. In Afrika war Seelmann-Eggebert immer wieder mal, in Kenia aber lange nicht mehr. Im Film führt ihn sein erster Weg zur ehemaligen Nanny, die ihm und seiner Frau bei den drei kleinen Kindern half. Er besucht einen Straßenmarkt und spricht mit den Händlern über das Verbot von Plastiktüten. Im ARD-Studio Nairobi unterhält er sich mit seiner derzeitigen Nachfolgerin Sabine Bohland. HIV-infizierte Frauen besucht er ebenso wie einen der größten Slums, im Flüchtlingslager Dadaab trifft er auf Menschen aus Somalia.

Produziert hat Seelmann-Eggebert den Film wieder mit Sohn Florian, den er auch als Kind mit in den Nairobi-Nationalpark nahm. Von den „Big 5“ (Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard) fehlten dort nur die Elefanten - doch die Regierung will durch den Park eine Bahntrasse bauen lassen, wie er bei seiner Stippvisite erzählt.

Seelmann-Eggeberts Bilanz nach der Reise: „Industriell ist viel passiert, beim Verkehr, bei der Infrastruktur und der Telekommunikation hat sich viel getan, man kann Ansätze für Mittelstand erkennen“, sagt er im Interview. „Auf der negativen Seite stehen die Bedrohung durch Terror, das Flüchtlingselend der Geflohenen aus Somalia und die enorm wachsenden Bevölkerungszahlen.“ Auch vom inneren Frieden sei Kenia noch weit entfernt.

Sein ganz persönliches Fazit am Ende des Films: „Ich denke oft an Afrika - das wird vermutlich auch so bleiben. Denn die Sehnsucht, die der Kontinent weckt, ist wohl nie ganz zu stillen.“

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