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Eine Runde Melancholie mit Element of Crime

Zeltfestival Ruhr

Sven Regener von Element of Crime mag seine Auftritte schlicht. Während seine Kollegen beim Zeltfestival Ruhr wild tanzen und rocken, steht Sven Regener einfach vor dem Mikrophon. Er spielt Gitarre und singt.

BOCHUM/WITTEN

von Von Lisa Seiler

, 22.08.2010
Eine Runde Melancholie mit Element of Crime

Sven Regener spielt Gitarre und singt. Das muss reichen. Tut es auch.

Punkt 19 Uhr fängt er am Sonntag damit an. Von da an rührt sich der Mann im kurzärmeligen schwarzen Hemd mehr als 90 Minuten lang kaum vom Fleck - höchstens, um nach seiner Trompete zu greifen. Die Menschen im großen Zelt lieben ihn dafür, jubeln, wenn er die Arme hochreißt und einfach mal so "Romantik" brüllt. Bei Element of Crime-Konzerten gibt es keine Bühnenshow. Regener singt, die Band spielt - das muss reichen. Tut es auch. Element of Crime bieten, was ihre Anhänger erwarten: Poetische Texte, Melodien, die man mitpfeifen kann, ein paar kleine Trompeten-Soli. Und natürlich: Romantik. 

Im Publikum wird gekuschelt, Sven Regener singt dazu. "Frag mich nicht, ob ich dich noch liebe. Das Herz endlich gebrochen und Spaß dabei. Und alles geht immer irgendwie weiter. Im Himmel ist kein Platz mehr für uns zwei." Mehr Melancholie war nie.Die "Straßenbahn des Todes" sorgt für den ersten richtigen Jubel vor der Bühne. "Und wenn du einsteigst, bin ich lang schon eng befreundet mit den Leuten, die auf meinen Füßen stehen. Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein, und dich will ich endlich wiedersehen." Der Text holpert. Regener bewegt sich ungelenk vor dem Mikrofon. Unten beginnen die Leute zu tanzen.

Sven Regener hat einen Bestseller geschrieben. Wer seine Songtexte hört, kann sich das vorstellen. Wer seine Ansagen hört, muss annehmen, er habe dabei all seine Worte verbraucht. Pünktlich zur Tatort-Zeit verabschiedet sich die Band vom Publikum. Das tobt, pfeift und trampelt. Regener und die anderen kommen mit den Klassikern zurück auf die Bühne: "Weißes Papier" und "Draußen hinterm Fenster". In der ersten Reihe ruft jemand Bravo. Regener spielt "Über Nacht", sagt: "Vielen Dank, vielen Dank, auf Wiedersehen, tschüss, tschau, kommt gut nach Hause." Und ist weg.