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Eine schwebende Lokomotive im Eisenbahnmuseum

Aufwendige Reparatur

BOCHUM Eine 70 Tonnen schwere Lokomotive schwebte am Dienstag im Eisenbahnmuseum Dahlhausen für kurze Zeit einen Meter über den Schienen. Grund dafür war eine Reparatur.

von Von Lisa Seiler

, 10.08.2010

Volker Horn hat extra Urlaub genommen, um dabei zu sein. "Diese Lok ist großartig", schwärmt der 49-Jährige und schiebt sich den roten Helm aus der Stirn. "An der P 8 kann man fast alles selbst reparieren." Manchmal braucht man dazu allerdings zwei tonnenschwere Kräne. Eigentlich ist Horn Maschineningenieuer bei der RAG. Ein- bis zweimal die Woche schraubt er allerdings im Eisenbahnmuseum Dahlhausen an Lokomotiven herum. In letzter Zeit hauptsächlich an der P 8.

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter des Museums, Volker Böhm, und anderen ehrenamtlichen Helfern hat Horn ihre Reparatur vorbereitet. Ein etwa 20 Zentimeter langer Bolzen sitzt nicht mehr richtig, die ganze Lok steht deshalb ein wenig schief. Um das auszugleichen, muss ein extra dafür angefertigter Ring auf dem Bolzen angebracht werden.

"Die Reparatur an sich ist kein großes Problem. Blöd ist nur, dass wir dafür die ganze Lok anheben müssen", erklärt Volker Böhm. Nervös beobachtet er, wie vorne und hinten zwei gelbe Stahlträger unter die Lokomotive geschoben werden. 70 Tonnen wiegt der schwarze Koloss.

Drumherum haben sich inzwischen viele Schaulustige versammelt. Der fünfjährige Paul ist zufällig mit Oma und Opa vorbeigekommen. Jetzt ist er nicht mehr zum Weitergehen zu bewegen.

Fasziniert beobachtet er, wie zwei riesige Kräne die Lokomotive von beiden Seiten anheben. Zentimeter für Zentimeter. Ganz langsam geht das. Und dann plötzlich ganz schnell. Alles muss auseinandergeschraubt werden Etwa einen Meter hoch schwebt die Lok jetzt über den Gleisen. Böhm und die anderen ziehen das Drehgestell darunter hervor und machen sich an die Arbeit. Alles muss auseinandergeschraubt werden, um an den kaputten Bolzen zu gelangen.

Fünf Stunden später ist es soweit. Der Dreher musste nochmal ran, jetzt passt der Ring - Maßarbeit. Ende des Monats soll die P8 schon wieder für die Ruhrtalbahn auf die Strecke gehen.