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Zwischen Alltag und Wildnis

Einmal im Leben zu den Eisbären in Kanada

Churchill Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und müssen vor dem Gang ins Freie erst einmal nach Eisbären Ausschau halten. In der kanadischen Stadt Churchill ist das Realität. Eine Expedition auf den Spuren der weißen Riesen in die „Hauptstadt der Eisbären“.

Einmal im Leben zu den Eisbären in Kanada

Eine Eisbärenmutter marschiert mit ihren beiden Jungen auf Futtersuche über schmelzende Eisschollen im Gebiet der Nordwest-Passage in Kanada. Foto: picture alliance / dpa

Nein, so nah hatte ich mir die Begegnung mit einem Eisbären nicht gewünscht. Beängstigend, wie das Tier sich am Auto aufrichtete. Jack, der Ranger, hatte mir zwar versichert, dass die Fenster besonders widerstandsfähig seien und die Gitter zusätzlichen Schutz bieten würden. Aber die riesigen Tatzen, die an die Autofenster schlugen, und das aufgerissene Maul mit den Zähnen waren furchteinflößend.

Jack war „Eisbär-Polizist“ in der Nähe der „Tundra Buggy Lodge“ bei Churchill in Kanada. Er hatte mich aufgefordert: „Komm mit und erlebe die weißen Riesen hautnah. Sie warten hier, bis die Hudson Bay zugefroren ist. Dann ziehen sie hinaus in die unendlichen Weiten der Eiswüsten, um Robben zu jagen.“ Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Das verhieß Abenteuer pur.

Mit Ranger Jack unterwegs in der „Eisbären-Hauptstadt der Welt“

Die „Tundra Bay Lodge“ war eine außergewöhnliche Unterkunft. Mehrere Buggys waren zusammengekoppelt mit einem Zug. In jedem Buggy: 20 Schlafkojen, zwei Toiletten und Duschen. Die Fahrer: Eskimos aus der Gegend.

Plötzlich etwas Weißes am Fenster. Ein großer Eisbär stellte sich aufrecht und strich am Fenster entlang. Lodge-Manager Tom blieb ruhig. „Du wirst noch viele erleben. Das ist erst der Anfang.“

Der Hessische Rundfunk entführt in einer 45-minütigen Dokumentation in die kanadische Eisbären-Stadt Churchill:

Zwei Tage fuhr ich mit 25 anderen Gästen im großen, geheizten Buggy durch die Tundra an der Hudson Bay in Kanada, durch tiefen Schnee, über Felsen und kleine Waldstücke. Immer wieder begegneten uns Eisbären. Wir fühlten uns sicher in dem Fahrzeug. Bären können sich bis maximal dreieinhalb Meter recken. Die Fenster der Fahrzeuge und die Außen-Plattform waren in vier Meter Höhe sicher vor den Tatzen der Bären.

Nach der Tour bezog ich Quartier bei Ranger Jack. Sein Haus betrachtete ich aber mit mulmigen Gefühlen. Das sollte sicher sein und einem Bärenangriff standhalten?

Die Eisbären traben auf unseren Wagen zu

Am Morgen öffnete Jack vorsichtig die Tür, schaute sich um. Kein Eisbär zu sehen. Wir brachen mit seinem Wagen zu einer Tour in die weiße Unendlichkeit auf. Ich war hinter dicken Fenstern und Gittern in Sicherheit. Ein Polarfuchs kreuzte unseren Weg. Plötzlich tauchten wie aus dem Nichts zwei Bären auf. Sie hatten hinter einem schneebedeckten Felsen gelegen, wir hatten sie geweckt. Minutenlang beobachteten sie uns zu. Dann trabten sie auf uns zu. „Mensch, Jack, fahr los“, flehte ich. Doch der unternahm nichts.

Ich verspürte Panik, als sich die Tiere an der Motorhaube aufrichteten, dann in voller Größe an meinem Seitenfenster standen. Die Erleichterung: Die Eisbären trotteten weiter. Ich muss ein kreideweißes Gesicht gehabt haben. Jack fuhr zur Zerstreuung mit mir in das Eskimo-Museum. Doch ich wurde die Bilder von langen Zähnen und riesigen Tatzen nicht los.

Das „Eisbären-Gefängnis“ im alten Militärbau

Auch ein Besuch im „Knast“ stand auf dem Programm. Das „Eisbären-Gefängnis“ war ein alter Militärbau. Hier saßen 16 Eisbären „hinter Gittern“. Sie hatten aggressives Verhalten gezeigt. Sobald die Bay zugefroren sei, würden sie betäubt, in Netze gewickelt und mit Hubschraubern hinaus in die Eiswüste geflogen, erzählte Jack. Trotz der ausbruchsicheren Käfige war mir mulmig. Ich war froh, als es mit dem Wagen zurück durch die Wildnis ging.

Zu früh entspannt. Jack fuhr nah an einen großen Eisbären heran. Das Tier zeigte reges Interesse an unserem Auto, umkreiste es. Der Bär richtete sich auf. Wild fuchtelte er mit den Vorderpfoten, starrte uns an, riss mehrfach sein furchterregendes Maul auf, schüttelte den Kopf und schlug mit riesigen Tatzen an die Autofenster. Unwillkürlich rutschte ich näher an Jack heran, der beruhigend auf mich einredete: „Du bist in Sicherheit, dir kann nichts passieren, die drei Gitterstäbe und die unzerstörbare Autoscheibe halten ihn ab“. Jack hatte gut reden, für ihn war es Alltag, aber für mich war es ein Abenteuer in der Tundra bei Churchill, der Hauptstadt der Eisbären.

OBERHAUSEN Einmal im Leben mit Tarzan durch den Dschungel fliegen, das wünscht sich wohl jeder, der das atemberaubende Musical des Disney-Helden kennt. Für die Autorin Sandra Heick ist der Wunsch Wirklichkeit geworden. Sie durfte mit Anton Zetterholm, der die Rolle des Tarzans geprägt hat, an Lianen schwingen. Ein „Traum-Termin“ sagt sie - und schreibt hier über Angst, Schmerz und ihren Blick hinter die Kulissen.mehr...

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