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Einmalige Ausgrabungsfunde bei Augsburg

Wehringen (dpa) Archäologen haben in Wehringen in der Nähe von Augsburg bei Ausgrabungen bislang einmalige Strukturen und wertvolle Materialien gefunden.

Einmalige Ausgrabungsfunde bei Augsburg

Robert Schumann taxiert in Wehringen (Schwaben) eine Silbermünze.

«Diese Befunde sind bislang einzigartig in Deutschland», sagte Ausgrabungsleiter Prof. Bernd Päffgen am Donnerstag. Es handele sich um eine frühmittelalterliche Handwerkersiedlung, die vom 7. bis zum 11. Jahrhundert existierte und dem Bischof von Augsburg gehörte. Unter den Funden seien auch Beinknochen eines etwa 10 Jahre alten Kindes. Experten sollen anhand möglicher Schnittspuren klären, ob das Bein amputiert wurde.

In einigen Hütten konnten Webstühle nachgewiesen werden. In der Siedlung sollen Textilien hergestellt und Metall verarbeitet worden sein. Für beides haben die Archäologen Spuren gefunden. Bei den Handwerkerhütten habe es sich um sogenannte Grubenhäuser gehandelt. Sie seien 50 bis 80 Zentimeter in den Boden eingelassen gewesen, da das gleichmäßig feuchte Milieu für die Verarbeitung von Flachs von besonderer Bedeutung gewesen sei.

Die Analyse der Müllstellen bei den Grubenhäusern gibt laut Päffgen Hinweise auf die Essgewohnheiten der damaligen Siedler. Knochenfunde belegen demnach, dass hauptsächlich Schweine verzehrt wurden. Unter den Fundstücken waren zudem Keramikfragmente und eine keltische Silbermünze, die im Frühmittelalter wahrscheinlich als Amulett getragen wurde, sagte Päffgen.

Auf dem untersuchten Gelände von rund 1000 Quadratmetern Fläche in Wehringen habe sich bereits eine vorgeschichtliche keltische Siedlung befunden. Bei früheren Grabungen war dort nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege ein Opferschacht freigelegt worden, auf dessen Grund ein vollständig erhaltenes Gefäß und Spuren von Tier- und Brandopfern gefunden wurden. Die spätere mittelalterliche Siedlung sei vermutlich im Lauf des 12. Jahrhunderts aufgegeben worden.

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