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Einzigartige Werkstatt für Kult-Boliden

Kindheitstraum Shelby Cobra

APLERBECK Acht Zylinder, 510 PS – in leuchtendem Hellblau und Weiß steht sie da: eine Original Shelby Cobra aus dem Jahr 1965. Rein setzt sich Martin Drengenberg, Diplom-Ingenieur, Cobra-Liebhaber und Inhaber der europaweit einzigartigen Cobra-Werkstatt an der Köln-Berlinder-Straße, und gibt Gas. RN-Mitarbeiterin Vanessa Martella begleitet ihn.

von Von Vanessa Martella

, 26.08.2010
Einzigartige Werkstatt für Kult-Boliden

Eine leuchtend blaue Shelby Cobra 427 auf Probefahrt.

Los geht’s. Drengenberg streckt das Fußgelenk, die Zylinder hauen rein, die Cobra beißt in den Fahrtwind. Zufrieden lächelt Fahrer Martin Drengenberg und erklärt: „Der Motor ist noch nicht warm gelaufen. Eigentlich schafft sie es von Null auf 100 in 4,3 Sekunden.“

Martin Drengenberg (55) ist Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik. Alte Rennwagen sind seine Leidenschaft. „Die Cobra war ein Kindheitstraum, ich hätte nie gedacht, dass ich mir den erfüllen kann“, erzählt der 55-Jährige. Die ungewöhnliche Probefahrt endet an der Werkstatt. Vor der Tür: ein weißer Mustang, rotes Verdeck, Baujahr 1965. 200 PS warten hier auf einen neuen Besitzer. Ein paar Meter weiter steht ein 64er Buick Skylark. Nach 28 Jahren in der Tiefgarage eines Sammlers wird ihm hier neues Leben eingehaucht.

Mit zehn Jahren hat Martin Drengenberg zum ersten Mal eine Cobra gesehen. „Eigentlich wollte ich ja Luft- und Raumfahrt studieren.“ Stattdessen entschied er sich für Fahrzeugtechnik. 1997 kam der entscheidende Schritt: eine Cobra-Werkstatt in der Ritterstraße. 2002 zog es den Aplerbecker dann zurück in die Heimat. Hilfe erhält er von Lebensgefährtin Gabriele Schlotjunker (55), die seine Cobra-Leidenschaft schon seit 19 Jahren unterstützt.

In der Werkstatt wird gerade der Motor einer weiteren Cobra überholt, die in elegantem Schwarz glänzt. Was für Laien nicht zu erkennen ist: Dieses Modell ist  eine Replika, eine Nachbildung mit neuen Bauteilen. „Wenn sie gut sind, entsprechen sie optisch dem Original“, erklärt Martin Drengenberg. Der Experte baut in seiner Werkstatt Originale und Repliken. Zum Vergleich: Eine neue Replika kostet 55 000 bis 80 000 Euro, der Preis eines Originals aus den 60er Jahren hingegen bewegt sich zwischen 300 000 und 400 000 Euro. „Ein altes Rennfahrzeug hingegen kostet schon ca. eine Million“, weiß Martin Drengenberg, der so ein wertvolles Auto schon betreuen durfte. Die Spezialisierung auf Cobras ist europaweit einzigartig. Überall in der Werkstatt sind Erinnerungen, Postkarten oder Embleme von Rennfahrzeugen verteilt.