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Eisbären „freuen sich riesig“ - München nervös

Berlin. Das Drama im Playoff-Finale der DEL spitzt sich zu: Die Eisbären fahren nach ihrer famosen Aufholjagd voller Selbstvertrauen zum Showdown nach München. Der noch amtierende deutsche Meister zeigt unerwartet Nerven.

Eisbären „freuen sich riesig“ - München nervös

Reist mit seinem Team voller Selbstvertrauen nach München: Eisbären-Coach Uwe Krupp. Foto: Paul Zinken

Don Jackson blickte gefasst in die Runde. Auch sein Berliner Trainerkollege Uwe Krupp blieb nach außen cool. Dabei kann es kaum spannender zugehen: Im Final-Drama um die deutsche Eishockey-Meisterschaft kommt es zwischen dem EHC Red Bull München und den Eisbären Berlin zum Showdown.

Am Donnerstag (19.30 Uhr) steigt in München das alles entscheidende siebte Match. Von einem Heimvorteil wollte der wortkarge EHC-Coach Jackson nichts wissen. „Das ist was für Journalisten“, war am Dienstagabend seine knurrige Antwort.

Die bis zum vierten Duell der Finalserie und der 3:1-Führung noch so souveränen Münchner zeigen Nerven. Der noch amtierende Meister ist nach dem zweiten vergebenen Matchpuck drauf und dran, den fast schon sicher geglaubten Titel-Hattrick zu verspielen. Bei den Eisbären hätten wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht mehr mit solch einem Comeback gerechnet.

Nach dem fulminanten 5:3-Erfolg im sechsten Match ist sogar ein historischer Titelgewinn möglich: Noch nie hat ein Finalist in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen 1:3-Rückstand in der Serie noch wettgemacht und den Pokal geholt. „Das ist eine der besten Serien, die ich jemals bestritten habe“, sagte Jamie MacQueen, der mit seinem Siegtreffer beim 6:5-Krimi im fünften Match in München das Signal zur imposanten Aufholjagd gegeben hatte.

Die Eisbären besitzen nach dem unerwarteten Comeback einen psychologischen Vorteil. Auch wenn Kapitän André Rankel, der beim bislang letzten Meistercoup von 2013 bereits dabei war, dem keine höhere Bedeutung beimessen wollte. „Keine Ahnung, ob die Münchner einen mentalen Knacks haben. Das ist auch egal“, sagte der Routinier: „Wir haben gerade so viel Spaß daran, Eishockey zu spielen. Ich freue mich riesig auf Donnerstag.“

Für das Starensemble aus München, das sich in Berlin ungewöhnlich nervös und zu undiszipliniert präsentierte, geht es nun um die Aufarbeitung des schwachen Spiels. „Wir werden das analysieren und uns wieder auf uns konzentrieren und dann versuchen, am Donnerstag zurückzuschlagen“, kündigte der Silbermedaillen-Gewinner Patrick Hager an.

Der erfolgsverwöhnte EHC muss mit einer ungewohnten Situation umgehen. Erstmals seit dem Aufstieg in die DEL muss die Mannschaft in ein siebtes Spiel. In den beiden vorausgegangenen Meisterjahren hatte die Jackson-Truppe alle Serien-Duelle nach maximal fünf Partien entschieden.

Dass die Münchner nun auf so erbitterten Widerstand stoßen, ist auch ein Verdienst des Eisbären-Trainers Krupp, der auf seinen ersten DEL-Titel hofft. Der frühere Bundestrainer muss sich überlegen, wie sein Team dem EHC die vierte Niederlage zufügen kann. Großes Überraschungs-Potenzial sieht er allerdings nicht. „Beide Teams kennen sich gut, sind gut aufeinander eingestellt“, befand Krupp. „Das wird ein gutes Eishockey-Spiel.“

Weniger Freude an der sich so lange hinziehenden Finalserie hat Bundestrainer Marco Sturm vor der in gut einer Woche beginnenden Eishockey-Weltmeisterschaft. Im DEL-Finale sind aktuell noch zehn Silbermedaillen-Gewinner von Pyeongchang dabei. Auf die meisten ist Sturm für seinen WM-Kader angewiesen, wird aber erst spät auf sie zurückgreifen können.

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