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Eisenbichler fliegt in Lahti auf Platz zwei

Lahti. Das erste Skisprung-Wochenende nach Pyeongchang bietet den DSV-Adlern Grund zum Jubeln. Nach dem ersten Teamsieg des Winters springt aber nicht Wellinger oder Freitag, sondern Eisenbichler im Einzel auf das Podest. Gegen Kamil Stoch kommt in der finnischen Kälte keiner an.

Eisenbichler fliegt in Lahti auf Platz zwei

Landete in Lathi auf Platz zwei: Skispringer Markus Eisenbichler. Foto: Markku Ulander

Überraschungsmann Markus Eisenbichler stand fassungslos in der Kälte von Lahti und brachte vor Staunen den Mund gar nicht mehr zu.

Dass nicht Olympiasieger Andreas Wellinger oder Richard Freitag, sondern er für den ersten Einzel-Podestplatz nach Pyeongchang sorgte, machte den 26 Jahre alten Bayer zunächst sprachlos. „Ich bin einfach überglücklich. Ich will das jetzt einfach genießen“, stammelte Eisenbichler. Nicht einmal zwei Wochen, nachdem er bei Olympia zusehen musste, wie seine Kollegen Team-Silber holten, fuhr „Eisei“ mit Rang zwei das beste Ergebnis seiner Weltcup-Karriere ein. Nur der überragende Pole Kamil Stoch, der fast 30 Punkte vor der Konkurrenz lag, war am Sonntag nicht zu schlagen.

„Für Markus ist es ein super Erfolg. Er hat keine leichte Saison. Er musste einen Tiefschlag verdauen. Er hat sich hier toll präsentiert“, lobte auch Bundestrainer Werner Schuster. Bereits am Samstag war der Siegsdorfer mit tollen Sprüngen ein Garant dafür, dass er im Quartett mit Wellinger, Freitag und Karl Geiger den ersten Teamsieg seit Januar 2017 einfuhr. Am Sonntag mussten sich Wellinger als Achter und Freitag auf Rang 15 mit Zuschauerrollen zufrieden geben. „Markus hat es echt verdient. Es ist unglaublich, es ist cool“, bilanzierte der Sachse Freitag bei minus sechs Grad in Lahti. Mit seiner eigenen Leistung war er sichtlich unzufrieden.

Eisenbichler dagegen sprang 124,5 und 129,5 Meter im Einzel, gerade sein zweiter Versuch inklusive eines sauberen Telemarks hievte den  Mixed-Weltmeister von 2017 auf die beste Platzierung seiner Karriere. Hinter einem starken Eisenbichler, der hinter Stoch (132 und 134 Meter) und vor dem Österreicher Stefan Kraft landete, fielen die weiteren DSV-Topadler etwas zurück, weshalb Bundestrainer Werner Schuster ein zweigeteiltes Fazit zog.

„Richard ist jeden Sprung zurückgefallen. Man muss mal schauen, wie man sich bei ihm auf die nächsten Sprünge einstellen kann. Andreas war technisch nicht sauber genug“, kritisierte der Österreicher.  Anders als zum Saisonbeginn, als Wellinger und Freitag regelmäßig um Siege sprangen, fehlte den beiden zum Start in Skandinavien die nötige Konstanz für das Podest.

Für den 30 Jahre alten Stoch gehen in diesem von Höhepunkten geprägten Winter langsam die Superlative aus. Bei der Tournee gewann er als erster Skispringer nach Sven Hannawald alle vier Springen, bei Olympia holte er Einzelgold und Teambronze, der Gesamtweltcup scheint ihm wie 2014 nicht mehr zu nehmen zu sein. „Kamil ist der Mann der Stunde“, lobte auch Schuster. Seine Flüge am Sonntag zeigten so deutlich wie selten zuvor, wie sehr Stoch die versammelte Konkurrenz beherrschen kann. „Das war mal eine ziemliche Demonstration“, lobte Wellinger in der ARD.

Für die Adler ist die Weltcup-Saison auch nach Tournee, Flug-WM und Olympia noch lange nicht vorbei. Am Freitag beginnt in Oslo die sogeannte RAW-Air-Tour, bei der an zehn aufeinanderfolgenden Tagen in Skandinavien gesprungen wird. Nach Stationen in Oslo, Lillehammer,  Trondheim und Vikersund winkt ein dicker Siegerscheck, doch auch dann ist der Winter für Wellinger und Co. noch nicht beendet. Erst am 25. März in Planica endet die Saison, die auch im Gesamtweltcup keinen anderen Sieger als Stoch mehr sehen dürfte. Nach Lahti führt der Pole mit über 100 Punkten vor seinen beiden deutschen Verfolgern Freitag und Wellinger.

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