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Elie Wiesel gibt aus Protest ungarischen Orden zurück

Budapest (dpa) Aus Protest gegen die staatlich geförderte Rehabilitierung rechtsradikaler Politiker aus der Nazi-Zeit in Ungarn will der Friedensnobelpreisträger, Holocaust-Überlebende und Schriftsteller Elie Wiesel einen ungarischen Staatsorden zurückgeben.

Elie Wiesel gibt aus Protest ungarischen Orden zurück

Elie Wiesel protestiert gegen die Rehabilitierung rechtsradikaler Politiker aus der Nazi-Zeit in Ungarn. Foto: Justin Lane

Das berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Montag unter Berufung auf Wiesels Büro in New York. Wiesel habe dies dem ungarischen Parlamentspräsidenten Laszlo Köver in einem Brief mitgeteilt.

Insbesondere sei er darüber empört, dass Köver an der versuchten Neubestattung des rechtsextremen ungarischen Autors Jozsef Nyirö (1889-1953) im rumänischen Siebenbürgen teilgenommen habe. Zudem habe Wiesel beklagt, dass in letzter Zeit in Ungarn immer wieder Straßen nach Hitlers ungarischem Verbündeten, dem «Reichsverweser» Miklos Horthy (1868-1957), benannt und dass rechtsextreme Autoren aus der Nazi-Zeit als Pflichtthemen in den Schulunterricht eingeführt würden. Wiesel hatte 2004 vom damaligen ungarischen Staatspräsidenten Ferenc Madl den ungarischen Verdienstorden bekommen.

Das ungarische Parlament hatte unter Führung und im Beisein von Köver für Pfingstsonntag die Neubestattung der Urne von Nyirö in dessen Heimat Rumänien geplant. Nach einem Verbot durch die rumänischen Behörden wurde die Aktion abgesagt. Der Fall sorgt immer noch für Verstimmungen zwischen den Regierungen der Nachbarländer Rumänien und Ungarn.

Nyirö, ein Blut-und-Boden-Literat und bekennender Rassist, war von 1941 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Abgeordneter im ungarischen Parlament. Dort vertrat er einen damals zu Ungarn gehörenden Teil des heute rumänischen Siebenbürgen.

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