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Eltern haften nicht immer für ihre Kinder

Coburg (dpa) Wenn Kinder etwas anstellen und dadurch größeren Schaden verursachen, müssen Eltern nicht in jedem Fall dafür aufkommen. Das hat das Landgericht Coburg festgestellt.

Wenn die Eltern alles Zumutbare unternommen hätten, um Schäden zu verhindern, können sie nach Auffassung des Gerichts nicht für die Schäden ihrer Kinder in Haftung genommen werden. Das gelte auch, wenn es um weit mehr als eine eingeworfene Fensterscheibe gehe, urteilte das Gericht (Urteil vom 1. Oktober 2008, Aktenzeichen 1 U 79/08).

In dem konkreten Fall hatte ein Siebenjähriger beim Zündeln in seinem Kinderzimmer ein Feuer entfacht, bei dem das von den Eltern gemietete Wohnhaus komplett niederbrannte. Die Feuerversicherung des Vermieters hatte daraufhin versucht, einen Teil der Kosten bei der elterlichen Haftpflichtversicherung geltend zu machen. Aus Sicht des Gerichts hatten die Eltern ihr Kind jedoch eingehend vor den Gefahren des Feuers gewarnt, sein Kinderzimmer regelmäßig aufgeräumt und seine Kleidung auf Zündmittel untersucht. «Noch mehr Kontrolle war nicht zu verlangen», unterstrich das Landgericht.

Es sei ebenfalls nicht zu beanstanden, dass das Kind längere Zeit unbeaufsichtigt in seinem Zimmer hatte spielen dürfen. Alles andere wäre nach Ansicht des Gerichts «völlig lebensfremd» und «nicht zumutbar». Die Beweisaufnahme hatte außerdem ergeben, dass das brandauslösende Feuerzeug nicht zum Haushalt der Eltern gehört hatte. Deshalb sei den Eltern «auch keine unsorgfältige Aufbewahrung von Feuerzeugen» anzulasten. Vor diesem Hintergrund blieb die Feuerversicherung des Vermieters auf dem Schaden sitzen.

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