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Eltern versteckten Kind vor dem Jugendamt

Einigung vor Gericht

Monatelang hat ein Wittener Ehepaar seinen Sohn vor dem Jugendamt versteckt - zuletzt in einem Verschlag auf dem Dachboden. Am Donnerstag mussten Mutter und Vater deshalb in Bochum vor Gericht. Bestraft wurden die Eltern des 15-Jährigen jedoch nicht.

WITTEN/BOCHUM

von Von Jörn Hartwich

, 12.08.2010

Das Drama begann vor rund drei Jahren. Der damals zwölfjährige Junge riss immer wieder von zu Hause aus, beging in einem halben Jahr 26 Straftaten. Und dabei ging es nicht um Bagatell-Delikte. In den Akten ist von Raub die Rede, von Brandstiftung, Körperverletzung und mehr. Bei der Staatsanwaltschaft wurde der junge Wittener deshalb bereits als Intensivtäter geführt.Heim in der Eifel Als das Jugendamt schließlich einschritt und den Eltern das Sorgerecht entzog, eskalierte die Situation endgültig. Der Junge wurde in ein Heim in die Eifel geschickt, büxte jedoch auch dort immer wieder aus. Rund sechs Monate lang haben die Eltern den Jungen versteckt – manchmal zu Hause, manchmal bei Verwandten. Weil sie nicht einsehen wollten, dass sie mit der Erziehung überfordert sind. Verurteilt wurden die Angeklagten am Ende aber trotzdem nicht. Vor Gericht hatten sie sich schließlich doch noch einsichtig gezeigt und versprochen, sich den Anweisungen des Jugendamtes in Zukunft zu beugen. Und das scheint auch tatsächlich zu funktionieren. Zurzeit lebt der 15-Jährige in einer Jugendeinrichtung im Münsterland und soll dort sogar einigermaßen gute Schulnoten haben. Offiziell wurde das Verfahren am Ende eingestellt.