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Empörung über Visums-Verweigerung von Doping-Experte Seppelt

Berlin/Moskau. Die Verweigerung des Einreise-Visums für den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sorgt in Deutschland für Proteste. Die russische Seite verteidigt das Vorgehen, es gibt sogar eine Warnung an den Journalisten.

Empörung über Visums-Verweigerung von Doping-Experte Seppelt

Hat das Einreiseverbot für ARD-Experte Hajo Seppelt heftig kritisiert: Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag. Foto: Gregor Fischer

Aus Russland kommt eine Warnung, in Deutschland wird die Verweigerung des WM-Visums für den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt massiv kritisiert. Politik und Sportverbände sehen nun den Fußball-Weltverband am Zug.

„Die FIFA hat betont, welchen hohen Stellenwert die Pressefreiheit für sie hat. Ich habe volles Vertrauen, dass die FIFA jetzt ihren Einfluss geltend macht, damit Herr Seppelt ungehindert aus Russland berichten kann“, sagte Reinhard Grindel, der Chef des Deutschen Fußball-Bundes auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Dagmar Freitag, nahm die FIFA in die Pflicht. „Ich bin gespannt, wie Herr Infantino jetzt darauf reagiert. Schließlich gibt die FIFA ja vor, die Einreise von Journalisten zur WM ermöglichen zu wollen“, sagte die SPD-Politikerin.

Die FIFA mit ihrem Präsidenten Gianni Infantino hatte zuvor bestätigt, Seppelt die Akkreditierung für das in einem Monat beginnende WM-Turnier gewährt zu haben. Freitag hatte via Facebook die Entscheidung Russlands als „nicht nur völlig ungerechtfertigt, sondern geradezu skandalös“ bezeichnet. Die Tatsache, dass Seppelt das russische Dopingsystem ans Licht gebracht habe, werde ihm jetzt offenbar zum Verhängnis, sagte sie.

„Seppelt muss unbedingt ein russisches Visum bekommen, er sollte unsere Weltmeisterschaft besuchen“, sagte der Chef des russischen Journalistenverbandes, Wladimir Solowjow, der Agentur Ria Nowosti zufolge am Wochenende. „Allerdings sollte man ihn unbedingt unter Schutz stellen, damit er nicht zufällig von einem Kenner seines „journalistischen Talents“ verprügelt wird“, sagte er. Der Verbandschef kritisierte Seppelt scharf und bezeichnete ihn als Propagandisten. Er sehe Seppelt nicht als Journalist, da er in seinen Arbeiten gegen „alle Prinzipien des objektiven Journalismus“ verstoßen habe, behauptete er.

Der 55 Jahre alte Seppelt ist für seine Arbeit mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. Für seine Sportsendungen „Geheimsache Doping. Im Schattenreich der Leichtathletik“ und „Wie Russland seine Sieger macht“ (beide ARD) war ihm sogar der Deutsche Fernsehpreis (Kategorie Sportsendung) zuerkannt worden.

Nachdem zuvor auch die Bundesregierung die Entscheidung Russlands scharf kritisiert hatte, forderte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), Russland müsse den Schritt rückgängig machen. „Sonst entsteht der begründete Verdacht, dass Russland entweder etwas zu verbergen oder ein Problem mit Transparenz und Fair Play im Sport hat oder beides“, sagte der frühere Minister dem „Tagesspiegel“ (Samstag).

FDP-Chef Christian Lindner forderte beim Parteitag in Berlin Außenminister Heiko Maas (SPD) auf, den Fall Seppelt zum Anlass zu nehmen, der russischen Regierung zu erklären, „was wir unter Presse- und Meinungsfreiheit verstehen“. Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte, die Bundesregierung müsse klarmachen, „dass die Verweigerung der Einreise für kritische Journalisten nicht akzeptabel ist“. Der Vorfall sei zudem „ein Grund mehr, dass deutsche Regierungsvertreter den Spielen fernbleiben sollten“, so Baerbock weiter.

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