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Emschergenossenschaft: Hochwasserpumpen arbeiteten einwandfrei

IM WESTEN Trotz massiver Kritik von Bürgern rücken Stadt und Emschergenossenschaft nicht von ihrer Haltung ab: Das schwere Unwetter vom 26. Juli dieses Jahres sei ein unvorhersehbares Ereignis gewesen, das Kanalisation und Pumpen überfordert habe.

von Von Arndt Brede

, 19.08.2008
Emschergenossenschaft: Hochwasserpumpen arbeiteten einwandfrei

Emotionale Augenblicke: ?Ich habe keine Wohnung und keine Möbel mehr?, sagte diese Martenerin vor 150 Bürgern.

Während der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretungssitzung in Lütgendortmund erklärten Dr. Emanuel Grün, technischer Vorstand der Emschergenossenschaft, und Dr. Christian Falk, Leiter der Stadtentwässerung, am Dienstagabend vor 150 Bürgern: Egal wie viele Kanalrohre man noch legt und wie groß sie sind, egal, ob die Pumpwerke mit noch mehr Pumpen ausgestattet werden: „Nichts kann diese Wassermassen, wie wir sie erlebt haben, beherrschen.“ Die Vertreter der Emschergenossenschaft und der Stadt, sicherten aber zu, weitere Maßnahmen ergreifen zu wollen, um in Zukunft solche Hochwasserfluten, wie sie vor allem Marten und Dorstfeld erlebt hätten, möglichst zu minimieren.

Aussagen, die die Betroffenen, im Saal des katholischen Pfarrheims St. Magdalena in Lütgendortmund ernüchterten. Die meisten mochten wohl nicht glauben, was sie hörten: „Wie kann denn das Wasser immer im Schwall über den Deich laufen?“, fragte eine Martenerin. „War Marten das Bauernopfer?“, fragte ein anderer Betroffener, der vermutete, dass eventuell Deiche der Emscher auf Kosten der betroffenen Hochwasseropfer geschont wurden. „Wir alle haben Glück gehabt, dass niemand ertrunken ist“, erklärte eine Dritte. Die meisten derer, die sich zu Wort meldeten, wollten vor allem wissen, ob bei der Emschergenossenschaft Fehler passiert seien.

Was Dr. Grün verneinte: Alle drei Pumpen des Pumpwerks Marten hätten auch noch nach Erreichen des Wasserhöchststandes einwandfrei gearbeitet. Erst massiver Wassereinbruch habe die Elektrik von zwei Pumpen versagen lassen. Statt in zehn seien dadurch die Wassermassen erst in 30 Stunden abgepumpt worden. Dr. Grün und Dr. Falk kündigten an, dass ein unabhängiges Gutachten zeitnah in Auftrag gegeben wird. Es soll auch die Beobachtungen der Betroffenen berücksichtigen und strittige Fragen klären. Die Stadt will zudem mitwirken, dass die Normen, die für die Dimensionierung der Kanalisation gelten, an aktuelle Wetterentwicklungen angepasst werden. Ein Prozess, der laut Dr. Falk aber lange dauern kann.

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