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Entdeckungsreise zur Kunst

HÖRDE Wie lebt ein Künstler und wo malt er? Solche Fragen klärten drei Dutzend Hörder Künstler gestern beim 1. "Tag des offenen Ateliers" an 15 Stationen.

von Von Julia Gaß

, 14.10.2007
Entdeckungsreise zur Kunst

Pommes, die Supermaus, und Rüdiger Eggert begrüßten die Besucher beim 1. Tag des offenen Ateliers in Hörde im Turbo Prop Theater.

Glänzend angenommen worden ist die Premiere des KulturQuartiers, die eine kleine Museumsnacht für Hörde war, von den Ruhr Nachrichten präsentiert und vom Stadtbezirksmarketing unterstützt wurde. Schon morgens waren viele Ateliers voll, der Besucherstrom hielt bis abends an. Vor allem die Wohnraumateliers, die sonst nicht zugänglich sind, interessierten viele Kunstfreunde.

Franz-Josef Oberkönig hatte seins an der Seydlitzstraße geöffnet. Auf 37 qm wohnt und arbeitet der Maler und Bildhauer - meist am Küchentisch. Und an dem rissen ihm die Besucher auch noch nicht ganz fertig gestellte Bilder aus den Händen.

Wohnlich hatte es auch Carola Heuser in ihrem "Filzvergnügen" in der Burg. Wie Wärmflaschen und Vasen aus Filz gefertigt werden, zeigte die Hörderin den Besuchern - einige buchten spontan einen Workshop bei ihr.

Schön schräg

Eines der skurrilsten Häuser ist das der Ateliergemeinschaft an der Schildstraße. "Das ist ja ein Mäuseturm hier", staunten die Besucher und kraxelten die enge Wendeltreppe hinauf. In jeder Etage wartete eine Überraschung: Ein Bilder-Café im Erdgeschoss, schräge Skulpturen auf Kunstrasen im Obergeschoss und unterm Dach unter einer Decke aus goldenem Staniol Videokünstler Volker Krieger, der 72 Besucher je eine Silbe der verbotenen ersten Strophe des Deutschlandliedes singen ließ und dabei filmte - mit einer Glatzenhaube auf dem Kopf, als Kunstreaktion auf Neonazi-Dummheit. Eine Märchenwelt öffnete das Turbo Prop Theater, das seit vier Jahren an der Burgunderstraße 5 zu Hause ist, am Nachmittag.

Märchenhaft

Überwiegend Erwachsene gönnten sich den hautnahen Kontakt mit den Schmuddels und Pommes, der Supermaus. Figuren aus 29 Jahren, auch solche, die noch nie gespielt worden sind, hatten Ursula und Rüdiger Eggert ausgestellt. Die Kunst ist nicht nur das Spiel, sondern auch der Bau der Figuren und Kulissen. Auch das Atelier von Britta Steinmann war nur nachmittags geöffnet - einheitliche Zeiten würden künftigen Ateliertagen gut tun.

Voll waren auch die großen Häuser wie die Musikschulen, "Anschnitt" oder der "Farbraum". Dass Geschäfte "Weiß und bunt" und "Moni's Art" dabei waren, zeugt von der Kreativität der Hörder. Und es gibt noch viel mehr Künstler im Stadtteil. 2008 wollen viele weitere mit dabei sein.