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Entführter Deutsch-Afghane befreit

Berlin/Kabul (dpa) Zuversicht nach den Hiobsbotschaften aus Afghanistan: Die deutsch-afghanische Geisel ist wieder frei, und die drei bei einem Selbstmordanschlag verletzten Bundeswehr-Soldaten sollen am Donnerstag nach Deutschland geflogen werden.

Entführter Deutsch-Afghane befreit

Der befreite Deutsch-Afghane bei einer Pressekonferen zin Kabul.

Ihre Rückkehr wird in der Nacht zum Freitag auf dem Militärflughafen Köln/Wahn erwartet. Von da aus sollen die drei Männer, die der Luftlande- Brigade 26 aus dem Saarland angehören, ins Zentralkrankenhaus der Bundeswehr in Koblenz gebracht werden. Das teilte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam am Donnerstag mit. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) verurteilte die Tat.

Den in Kabul verschleppten Deutsch-Afghanen hatten afghanische Sicherheitskräfte zuvor nach knapp zwei Wochen Geiselhaft aus der Gewalt von Kriminellen befreit. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes (AA), Jens Plötner, teilte in Berlin mit: «Mit Erleichterung können wir bestätigen, dass der in Afghanistan entführte deutsch-afghanische Staatsangehörige seit heute morgen wieder in Freiheit ist.» Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut.

Der Sprecher des afghanischen Geheimdienstes NDS, Sayed Ansari, sagte in Kabul, der Mann sei in der Nacht zuvor im Distrikt Bagram nördlich der afghanischen Hauptstadt befreit worden. Drei junge Kriminelle seien festgenommen worden. Der Verschleppte Hadschi Asisullah, der in Kabul einen Hochzeitssaal betreibt, sagte bei einer Pressekonferenz im NDS-Hauptquartier, die Geiselnehmer hätten knapp zwei Millionen Euro Lösegeld verlangt. «Sie warnten mich, dass sie meine Hand und mein Ohr abschneiden würden, wenn nicht bezahlt würde.» Plötner sagte, man danke der afghanischen Regierung und den Sicherheitskräften. Erst am Mittwoch war bekanntgeworden, dass der Geschäftsmann verschleppt worden war.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) verurteilte das Attentat auf die Bundeswehr. «Mit großer persönlicher Betroffenheit habe ich von diesem hinterhältigen Anschlag Kenntnis erlangt. Ich wünsche den drei verletzten Soldaten eine baldige und umfassende Genesung. Zum Glück hat auch hier wieder die medizinische Rettungskette hervorragend funktioniert», sagte er der «Bild»-Zeitung (Freitag). Trotz des Anschlags habe die Bundeswehr die Situation im Norden Afghanistans «relativ gut im Griff - obwohl man sich vor Selbstmordattentätern nie und nirgends ganz schützen können wird».

Die radikalislamischen Taliban hatten sich zu dem Anschlag am Mittwoch 35 Kilometer südlich von Kundus bekannt. Ein Motorradfahrer hatte an einem Kontrollpunkt neben einer Bundeswehr-Kolonne gehalten und sich in die Luft gesprengt. Die verletzten Soldaten wurden mit einem Hubschrauber in das Krankenhaus des Bundeswehrstandorts Masar-i-Sharif geflogen. Rund zweieinhalb Stunden nach dem Anschlag wurden sie dort versorgt.

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