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US-Wahlkampf

Enthüllungen, emotionale Reden und Vorwürfe

PORTSMOUTH Nach anhaltenden Belästigungs-Vorwürfen von Frauen schlägt Donald Trump verbal um sich - gegen seine Anklägerinnen, die Medien und Hillary Clinton. Michelle Obama reagiert darauf mit einer emotionalen Rede und einige Republikaner wenden sich von Trump ab. Aber auch über Hillary Clinton gibt es neue Enthüllungen.

Enthüllungen, emotionale Reden und Vorwürfe

Über beide - Trump und Clinton - gibt es neue Enthüllungen.

Nach den jüngsten Belästigungsvorwürfen mehrerer Frauen heizt der US-Republikaner Donald Trump das Klima mit dem Vorwurf der „Wahlmanipulation“ an. Wiederholt sprach er am Wochenende von einer massiven Verschwörung der „globalen Elite“ und vor allem der Medien, ihm „die Wahl zu stehlen“.

Am Samstag hatte eine neunte Frau Trump einen sexuellen Übergriff vorgeworfen. Nach Medienberichten packte er sie 1997 bei einem Muttertagsbrunch in seinem Club Mar-a-Lago in Florida an den Armen und küsste sie gegen ihren Willen. Auch die anderen acht Frauen hatten berichtet, Trump habe ihnen in der Vergangenheit Küsse aufgezwungen oder sie begrapscht.

Michelle Obama kritisiert Trump

First Lady Michelle Obama hielt als Reaktion auf die Enthüllungen über Trumps Belästigungen eine emotionale Rede bei einer Wahlkampfveranstaltung - nicht nur als First Lady, sondern auch als Frau, die sich durch solch ein Verhalten beleidigt und gedemütigt fühlt.

Trump sprach auf Twitter von „total erfundenem Unsinn“ mit dem Ziel, „mir die Wahl zu stehlen“. Bereits zuvor hatte er den Medien angelastet, die Wahl durch „falsche Vorwürfe“ und „Lügen“ zu manipulieren, „damit die betrügerische Hillary gewählt wird“. Dabei gehöre Clinton ins Gefängnis, erklärte der Präsidentschaftskandidat mit Blick auf die E-Mail-Affäre um die Demokratin weiter. 

Der ranghöchste Republikaner der USA, Paul Ryan, wies Trumps Vorwurf der Wahlmanipulation zurück. Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses habe „volles Vertrauen, dass die einzelnen Staaten diese Wahl mit Integrität ausführen werden“, erklärte seine Sprecherin AshLee Strong. Ryan hatte kürzlich erklärt, dass er nicht mehr für Trump kämpfen und ihn auch nicht mehr verteidigen werde. Die jüngste Stellungnahme zeigt, wie tief der Graben mittlerweile geworden ist.

Auch das Clinton-Wahlkampflager kritisierte Trumps Manipulationsvorwurf scharf. „Diese Wahl wird eine Rekordbeteiligung haben, weil Wähler Donald Trumps beschämende Versuche durchschauen, eine Wahl zu untergraben, bevor sie stattfindet“, sagte Sprecher Robby Mook.

Drogentests vor Wahlkampf-Debatten?

Außerdem deutete der Präsidentschaftskandidat an, dass seine demokratische Rivalin Hillary Clinton bei der Fernsehdebatte am Sonntag vergangener Woche unter dem Einfluss von Drogen - gemeint waren wohl Schmerzmittel - gestanden haben könnte. Er schlug vor, dass sich beide vor ihrem nächsten TV-Duell am Mittwoch einem Test unterziehen.

Aber nicht nur über Trump gibt es immer mehr Enthüllungen, die sein Image schädigen und ihn wertvolle Wählerstimmen kosten - auch über Hillary Clinton kommen neue Informationen ans Licht. 

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat am Samstag angebliche Abschriften von drei hochbezahlten Reden veröffentlicht, die Hillary Clinton vor Vertretern der Investmentbank Goldman Sachs gehalten hat. Darin gibt sie zu verstehen, dass Regulierungen der Banken nach der Finanzkrise aus politischen Gründen nötig gewesen seien.

Das Clinton-Wahlkampflager bestätigte die Echtheit der Abschriften zwar nicht, bestritt sie aber auch nicht. Wikileaks zufolge stammen sie vom gehackten E-Mail-Konto von John Podesta, dem Vorsitzenden ihrer Wahlkampagne.

Enthüllungen über Hillary Clinton

Wikileaks veröffentlicht seit Tagen immer wieder Auszüge daraus - anscheinend hauptsächlich mit dem Ziel zu zeigen, dass Clinton der Wall Street weitaus näher stehe, als sie zugegeben habe. Sie selber hat sich bisher hartnäckig geweigert, Redenauszüge zu veröffentlichen.

Clinton trat nach ihrem Ausscheiden als Außenministerin 2013 drei Mal vor Goldman-Sachs-Bankern auf. In einer Rede sagte sie den Wikileaks-Enthüllungen zufolge: „Es gab außerdem aus politischen Gründen die Notwendigkeit, etwas zu tun. Denn wenn du ein gewähltes Kongressmitglied wärst und Leute in deinem Wahlkreis Arbeitsplätze verlieren und Firmen schließen würden und jeder in der Presse sagt, dass das alles die Schuld der Wall Street ist, dann kannst du nicht einfach so da sitzen und nichts tun.“ 

Mit Material von dpa

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