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Entspannung in Georgien: Ölpreise geben nach

New York/London (dpa) Die Meldungen über ein mögliches Ende der Kämpfe im Kaukasus-Konflikt haben zeitweise für Entspannung an den internationalen Ölmärkten gesorgt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl fiel am Dienstag auf ein Tagestief von 112,48 Dollar.

Entspannung in Georgien: Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind gesunken, doch Rohstoffexperten gehen nicht von einer allgemeinen Entspannung aus.

Das waren 1,97 Dollar weniger als am Vortag. An der Börse in London gab der Preis für Brent-Rohöl auf ein Tagestief von 110,47 (minus 2,20) Dollar nach. Russlands Präsident Dmitri Medwedew hatte zuvor die Einstellung der Kampfhandlungen in Georgien angeordnet. Zudem drückte der erstarkende Dollar auf die Ölpreise. Im Handelsverlauf pendelten sich die Ölpreise am Nachmittag auf dem Vortagesniveau ein.

Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigten der Krieg in Georgien und die Schließung der über Tiflis laufenden internationalen Ölleitung keine nennenswerten Auswirkungen auf die Ölpreise. Die Preise der Ölterminkontrakte seien seit Anfang Juli um ein Fünftel gefallen, erklärt die IEA in ihrem Ölmarktbericht in Paris. Vor allem das Ausbleiben von Hurrikan-Schäden in der Karibik habe dafür gesorgt, dass der Ölpreis um 30 Dollar je Fass zurückging.

Von einer allgemeinen Entspannung ging der Rohstoffexperte der Commerzbank, Eugen Weinberg, nicht aus. Trotz der Beruhigung der Lage im Kaukasus habe der Konflikt grundsätzlich die geopolitischen Spannungen verstärkt. In der aktuellen Marktstimmung sei auch ein schneller Anstieg der Ölpreise bis an die Marke von 120 Dollar weiterhin möglich, sagte Weinberg. Allerdings habe auch die jüngste Kurserholung die Ölpreise auf Talfahrt geschickt.

Der Euro erholte sich am Dienstag im Nachmittagshandel etwas von seinen zwischenzeitlichen Fall auf ein Sechs-Monats-Tief zum Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,4916 US- Dollar gehandelt. Im frühen Handel war der Euro noch zeitweise mit 1,4813 Dollar auf den niedrigsten Stand seit dem 26. Februar gefallen. Der Euro wurde durch Aussagen von Bundesbankpräsident Axel Weber gestützt, der Rezessionsängste für die deutsche Wirtschaft für übertrieben hält. Dennoch drücke die sich abschwächende Konjunktur in der Eurozone auf die Gemeinschaftswährung, sagte Devisenexperte Stephan Rieke von der BHF-Bank.

Die IEA erhöhte ihre Prognose für den Zuwachs der weltweiten Ölnachfrage 2009 um 60 000 auf 930 000 Fass. Grund sei die Zunahme des Ölverbrauchs der Schwellenländer, hieß es. Weltweit dürften 2009 rund 87,8 Millionen Fass Öl nachgefragt werden.

Die Ölförderung der OPEC-Staaten stieg im Juli um 145 000 auf 32,8 Millionen Fass pro Tag. Vor allem Saudi-Arabien, Nigeria und der Iran erhöhten die Produktion. Außerhalb des Anbieterkartells stehen die kurbelten vor allem Norwegen, Kanada, Brasilien und Argentinien die Förderung an. Weltwelt nahm die Förderung im Juli um 890 000 auf 87,8 Millionen Fass zu. Laut Weinberg gibt es Anzeichen, dass die Ölnachfrage aus den Boom-Regionen Chinas langsam an Kraft verliert. So habe der weltweit zweitgrößte Ölverbraucher im Juli einen Rückgang der Rohölimporte um 7 Prozent im Vergleich zum Vormonat gemeldet.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist weiter gesunken. Wie die OPEC am Dienstag in Wien berichtete, verbilligte sich der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells am Montag um 1,46 Dollar auf 111,27 Dollar im Vergleich zum vergangenen Freitag. Die OPEC berechnet den täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

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