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Erfahrungsausstausch von Entwicklungshelfern

Konferenz "Und jetzt?"

ANNEN Nach einem freiwilligen einjährigen Entwicklungsdienst in Brasilien fragte sich Florian Mez wie es weitergeht. Er hat die sozialen Unterschiede von Kindern ohne Perspektive und einer Wellblechhütte als Zuhause bei Familien erlebt und gründete die Konferenz "Und jetzt?".

von Von Karin von Cieminski

, 09.08.2010

Der 22-Jährige und rund 200 weitere ehemalige entwicklungspolitische Freiwillige wollen sich seit Sonntag bei der Konferenz der Uni Witten/Herdecke orientieren, wie sie ihre Erfahrungen im weiteren Leben sinnvoll nutzen können. Daran arbeiten sie noch bis Samstag.

Florian Mez hat der Weg danach zunächst zum Konferenz-Organisationsteam geführt. Ein Jahr lang haben die Vorbereitungen gedauert: Referenten suchen, Teilnehmer informieren, Förderanträge stellen, Sponsoren suchen und vieles mehr. Privat hat er das Jahr genutzt, um wieder in den Alltag zu finden. "Das war fast noch schwieriger als sich in Brasilien einzugewöhnen", erinnert sich Florian Mez, "man verändert sich. Daran müssen sich die Freunde gewöhnen und man selbst auch." Der junge Mann hat statt Zivildienst Entwicklungshilfe geleistet. Zunächst aus dem Gedanken heraus, das Jahr im Ausland bringe ihm persönlich mehr und mache mehr Spaß. So war es auch – doch mitgenommen hat er eine offenere Weltsicht und den Willen sich weiter zu engagieren.

Gearbeitet hat Florian Mez in der Millionenmetropole São Paulo. In den "Favelas", also Slums, hat er Kindern Englisch- und Musikunterricht gegeben. Seine Kollegen und er haben zudem Spenden gesammelt um Ausflüge zu organisieren, ein Musical mit Favela-Bewohnern aufgeführt oder ein Volleyballfeld für die Kinder angelegt. "Viele Kinder wachsen ohne Perspektive auf", so Mez. Das ziehe sich durch die Generationen, viele verdienen sich ihr Zubrot mit Straßenverkauf, müssen im Alltag viel improvisieren um zurecht zu kommen. Trotzdem hat er Temperament und Lebensfreude erlebt – und hatte viel Spaß mit den anderen Freiwilligen aus aller Welt.