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Erhaltung der Ausgrabungen stellt Stadt vor knifflige Aufgaben

Altes Schloss Brünninghausen

Bei Ausgrabungen am Rombergpark sind Teile des alten Schlosses Brünninghausen und Reste eines Burghauses freigelegt worden. Diese Gemäuer sollen dauerhaft erhalten bleiben - doch das stellt die Denkmalbehörde vor knifflige Aufgaben.

BRÜNNINGHAUSEN

von Von Jörg Bauerfeld

, 02.06.2012
Erhaltung der Ausgrabungen stellt Stadt vor knifflige Aufgaben

ie Reste des Burgturms, die im Rombergpark ausgegraben wurden, stammen aus dem 16. Jahrhundert. Sie sollen für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.

Ein Publikumsmagnet sind sie jetzt schon, die Ausgrabungen im Bereich des Torhauses Rombergpark. Hier, wo im nächsten Jahr der neue Bachlauf der Schondelle verlaufen soll, haben fleißige Archäologen Teile des alten Schlosses freigelegt.„Die vorgesehenen Ausgrabungen sind abgeschlossen“, sagt Dr. Henriette Brink-Kloke von der unteren Denkmalbehörde. Freigelegt worden sind vier Bauteile des alten Schlosses Brünninghausen aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Und ein Teil davon hat gute Chancen auch in Zukunft für die Nachwelt sichtbar erhalten zu bleiben.

Es sind die ältesten Ausgrabungen, die gut erhaltenen Grundmauern eines Turmes, „die wir auf jeden Fall erhalten wollen. Das Bauwerk stammt aus dem 16., spätestens aber aus dem 17. Jahrhundert“, so Brink-Kloke. Zudem hat man Reste eines angrenzenden Burghauses gefunden, das ebenfalls aus dieser Zeitrechnung stammte. Integriert waren die älteren Gebäude in dem Gesamtkunstwerk Schloss Brünninghausen, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Gräfte des alten Wasserschlosses wurde mit Schutt verfüllt, Steine aus den Schlossmauern wurden später im Tierpark verwendet.  

 Jetzt kommt das Alte wieder ans Licht und soll auf jeden Fall erhalten bleiben. „Wie das umsetzbar ist, wird zurzeit geprüft“, sagt Henriette Brink-Kloke. „Die Verwaltungsspitze ist ganz angetan von der Idee.“ Aber der Erhaltung stehen einige Hürden im Weg.So stehen die Grundmauern des Turmes genau in dem angedachten neuen Bachbett der Schondelle. „Und die Schondelle hat ja nicht beliebig Platz um auszuweichen. Das ist alles ziemlich eng.“ Bei Hochwasser oder nach einem stärkeren Regenguss würde das Wasser des Baches gegen den Turmrest knallen. „Hier muss ein Schutz eingeplant werden“, so die Archäologin.

 Also was tun? Man könnte, um den Turmrest zu erhalten, Teile der Schondelle in ein Rohr legen, aber das sei ja nicht Sinn der Sache, so Brink-Kloke. Der Bach solle ja renaturiert werden. Auch eine Möglichkeit, der man sich bei der Freilegung der Reste der Hörder Burg bediente, falle aus. „Die sind ja durch eine Art Kasten baulich gesichert. Das würde hier nicht funktionieren, denn der Rombergpark ist ja als englischer Landschaftsgarten angelegt“, sagt Brink-Kloke.  Tiefbauamt, Planungsamt und Untere Denkmalbehörde haben jetzt die knifflige Aufgabe zu lösen, wie einerseits die Renaturierung der Schondelle und andererseits die Erhaltung des alten Turmrestes unter einen Hut zu bekommen sind.

„Hier wird es jetzt in den nächsten Monaten eine Lösung geben“, so Brink-Kloke. Bis dahin müssen die Archäologen sogar noch einmal die Schüppe in die Hand nehmen. Denn der Schondelle-Wall, der in Richtung Teich schon modelliert wurde, muss noch um einige Meter in Richtung Süden versetzt werden – und da müssen erst wieder die Archäologen ran, um zu schauen, ob hier auch noch Reste des alten Schlosses zu finden sind.  

Altes Gemäuer
Der gut erhaltene Turmrest in Richtung Teich ist der älteste ausgegrabene Gebäuderest des Schlosses (ca. 16. Jahrhundert). Die Mauerreste in Richtung Torhaus datieren aus einer jüngeren Zeit. Die Grundmauern eines Ecktürmchens zum Beispiel sind aus dem 19. Jahrhundert.

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