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Erich Kästner-Schule gewinnt 25.000 Euro beim Deutschen Schulpreis

Zweiter Platz

Mehr als 100 Schulen bewarben sich in diesem Jahr um den Deutschen Schulpreis. Die Erich Kästner-Schule in Bochum schaffte es nicht nur unter die Top 15, sondern auch auf Platz zwei – mit einer Prämie von 25 000 Euro. Und die ganze Schule fieberte mit.

BOCHUM

von Von Stefanie Platthaus

, 12.06.2012
Erich Kästner-Schule gewinnt 25.000 Euro beim Deutschen Schulpreis

Ungewöhnlicher Anblick in der Aula der Erich Kästner-Schule, denn endlich ist Fernsehen mal erlaubt: 600 Schüler schauendie Verleihung des Deutschen Schulpreises und drücken fleißig die Daumen.

Am Dienstag in der fünften und sechsten Stunde hatten alle 1200 Schüler der Gesamtschule ein und dasselbe Schulfach: Fernsehen. Aber nicht irgendetwas, sondern die Übertragung der Schulpreis-Verleihung auf Phoenix. Schulleiter Walter Bald war mit einer kleinen Delegation in Berlin.

Zuhause in Bochum spürt man schon beim Eintreten in die Schule die aufgekratzte Stimmung. In der großen Aula sind 600 Schüler aus den Klassen fünf bis acht versammelt. Die zehnten Klassen schauen in der Bücherei, die Oberstufe in ihrem Gebäude – aber alle drücken die Daumen. Oberstufenlehrer Peter Hitschler hält die Stellung in Bochum. Und kurz vor Beginn der Verleihung wird auch er nervös. Beim Rudelgucken in der Gesamtschule gibt es ein paar Regeln: „Ihr dürft euch freuen, aber bitte ohne zu trampeln und ohne an eurem Nachbarn zu zerren.“ Die Reaktion: enttäuschte Seufzer. In sechs Kategorien wurden die Schulen bewertet und laut Hitschler hat die Schule drei Stärken, die vielleicht zum Sieg führen: schüleraktivierendes Lernen, Profilzweige und die eigenen Gebäude und Höfe der Jahrgangs-Teams. Die Spannung in der Aula steigt. Dann ist klar: Die Bochumer Erich Kästner-Schule ist eine von fünf zweiten Plätzen und bekommt ein Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro.

Walter Bald nimmt vor Ort den Preis und viel Lob entgegen: „Eine exzellente Schule, die ihre Schüler fit für die Gesellschaft macht.“ Auch körperlich fit, dank des schuleigenen Fitnessraums. Die Reaktion der Schüler in Bochum: johlen, jubeln, aufspringen, schreien. Walter Bald im Fernsehen wirkt dagegen verhalten und wird prompt von der Moderatorin gefragt: „Sie sind so ruhig – waren Sie so sicher, dass Sie den Preis bekommen würden?“ Der Schulleiter lächelt und sagt: „Die Ruhe ist nur äußerlich.“ Peter Hitschler findet in Bochum klarere Worte: „Ich bin sehr zufrieden. Die Auszeichnung ist für uns sehr wichtig und sie kann uns alle stolz machen. Das zeigt uns, dass die Arbeit der letzten Jahre sinnvoll war.“ Wie das Geld verwendet wird, weiß Peter Hitschler noch nicht, aber eine Idee gibt es: Der Bolzplatz soll einen Kunststoffbelag bekommen, damit die roten Steinchen nicht mehr in die Schule getragen werden. Während der ganzen Sendung bekommt Peter Hitschler das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Immer wieder schweift sein Blick über die 600 versammelten Schüler – stolz ist er. Auch darauf, dass sich alle mitfreuen. Über den Sieg ihrer Schule.

Neben der Erich Kästner-Schule wurde auch die Paul-Martini-Schule in Bonn, die Schule am Pfälzer Weg in Bremen, die Schule Rellinger Straße in Hamburg und die August-Claas-Schule in Harsewinkel ausgezeichnet. Jede Schule erhält ein Preisgeld von 25 000 Euro. Den ersten Platz schaffte die Evangelische Schule Neuruppin und erhält ein Preisgeld von 100 000 Euro. Die Jury hat bewertet: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Schulklima, Achtung voreinander und die Schule als lernende Organisation.