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"Es kracht, es rockt: Raus damit!"

Düsseldorf Härter geht?s wirklich nicht: Am Düsseldorfer Rheinufer herrschen Temperaturen wie in einem Blizzard, aber Boss und Hoss von "The BossHoss" kommen trotzdem im T-Shirt zum Interview. Unser durch und durch verweichlichter Redakteur Peter van Dyk konnte sie dann aber doch überreden, das Gespräch bei einer Tasse Kaffee drinnen zu führen.

Boss, Hoss, vor drei Jahren habt ihr aus reinem Spaß den Musikstil "Trashcountry Punkrock" erfunden...

Boss: Kennengelernt haben wir uns irgendwie so um 2000 rum. Haben festgestellt, dass er `ne Band hat, ich `ne Band hab?...

Hoss: Hmhm...

Boss: ...und nachdem wir halt viel Bier trinken waren, haben wir angefangen, bei ihm oben im Dachboden mit der Gitarre Songs zu machen. Nur so aus Spaß...

Hoss: ... Zeitvertreib...

Boss: ...Zeitvertreib... und irgendwann haben wir halt am Tresen unserer Bar, wo wir immer saßen, da haben wir uns gedacht: Country, wie wär das denn mal.

Wohl eine eurer besseren Ideen - jedenfalls hat der BossHoss-Stil, also das Umkrempeln von Hits auf Country, sofort funktioniert.

Hoss: Naja. Damals war das ja eher uncool. Unsere Kumpels haben uns erst nur ausgelacht...

Boss: Wir haben die Countrynummer jedenfalls mehr aus Joke gemacht, als Schenkelklopfer und nicht als ernsthaftes Genre...

Obwohl: Euer Outfit war von Anfang an perfekt.

Boss: Wir laufen ja auch sonst so rum. Auf der Bühne machen wir das bloß eben rigoros, im Unterhemd und mit Cowboyhüten.

Und wie wurde aus dem Spaß Ernst?

Hoss: Wir haben einfach mit Freunden ein paar Songs geprobt, vier Dinger, und sind auf so einer Party aufgetreten. Und das kam halt fantastisch an. Wir wurden dann gleich von einem Club gebucht, weil der Clubbesitzer auf dieser Party war...

Ha! Entdeckt....

Hoss: ... genau. Da haben wir gesagt, Kiste Bier oder umsonst trinken, dann machen wir das. Ja, und dann hat er uns gleich noch mal gebucht. Wir waren plötzlich so ein Geheimtipp und überall, wo wir gespielt haben, kamen immer mehr Leute.

Boss : Und schon war unser späterer Manager im Publikum, und fragte uns, habt ihr schon mal nachgedacht, ob man da mehr draus machen kann und wir sagten: Nö, aber, wenn Du da Bock hast... Hauptsache, es kostet nichts.

Mittlerweile gibt?s mehr als ?nen Kasten Bier, ihr tourt längst international - wie finden das eigentlich Amerikaner, wenn da verrückte Deutsche kommen und mit Südstaatenakzent seltsame Lieder spielen?

Hoss: Na so, wie Du?s sagst (lacht): Da kommen die Sauerkraut-Cowboys!

Boss: Aber die fühlen sich auch nicht verarscht, die finden das cool, dass jemand so viel Spaß und Humor mitbringt, dass es da bei uns auch mal richtig kracht.

Was ist mit der deutschen Country-Szene?

Boss: Also, mit Truckstop haben wir ja schon gespielt. Und danach haben die uns auf die Schulter geklopft und gesagt: Jungs, endlich mal Nachwuchs hier. Gunther Gabriel hat auch angefragt, ob wir mal was zusammen machen wollen... Also, die finden das schon auch ganz cool.

Bleibt alles englisch? Ihr könntet ja auch mal die Fantastischen Vier covern.

Boss: Naja, wir sind ja texanische Cowboys...

...natürlich...

Boss: ... und da ist deutsch bei uns halt schwer.

Alles klar. Habt ihr bestimmte Vorbilder?

Hoss : Sonnyboy Williams, klar, Willie Nelson, Johnny Cash...

Boss: Die coolen Sachen.

Wie kommt ihr mit dem "Boyband"-Status klar?

Hoss: Wir sind eine "Manband".

Mit der Band Texas Lightning hat es Deutsch-Country ja schon zum Grand Prix geschafft. Wann macht ihr...

Boss: Gar nicht.

Ah, ja. Ihr habt gerade euer drittes Album fertig: Wie ist es geworden?

Boss: Es kracht richtig

Hoss: Es rockt.

Boss: Außerdem ist da eine 90 Minuten-Live-DVD dabei und unser Kanada-Tour-Tagebuch ist da drauf... ach, also: Da ist alles drauf.

Sauber.

Boss: Jau. Raus damit.

Immer mehr Musiker stellen ihre Sachen ja auch direkt frei ins Internet. Ihr auch oder ist euer Vertrag zu gut?

Boss und Hoss: (Lachen) Hmmm...

Ich kann das Diktiergerät auch ausschalten...

Boss: Nein, nein. Klar machen wir das. Wir haben auch das neue Album drei Wochen vor Veröffentlichung komplett auf die Seite gepackt. Damit die Leute wissen: Okay, das isses jetzt, hört euch das an und wenn?s euch nicht gefällt, na dann - Pech für uns.

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