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Essener Tafel will Ausländer-Aufnahmestopp aufheben

Essen. Neue Kundenkarten vorübergehend nur für Deutsche: Diese Entscheidung der Essener Tafel hat für heftige Debatten gesorgt. Der Verein will den Aufnahmestopp für Ausländer nun Ende des Monats aufheben. Dieser Zeitraum sei von vornherein geplant gewesen, betont der Verein.

Essener Tafel will Ausländer-Aufnahmestopp aufheben

Lebensmittel werden in der Ausgabestelle der Tafel einsortiert. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Die Essener Tafel wird den umstrittenen Aufnahmestopp für Ausländer voraussichtlich Ende März aufheben. „Wir gehen davon aus, dass es in zwei, drei Wochen so sein wird, Ende des Monats“, sagte der Vorsitzende des Tafel-Trägervereins, Jörg Sartor, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Der Aufnahmestopp sei von vornherein als eine vorübergehende Maßnahme für sechs bis acht Wochen, maximal drei Monaten, geplant gewesen. „Die Zahlen haben sich ins Gleichgewicht bewegt. Sie werden zum Ende des Monats ein für uns akzeptables Verhältnis haben, davon gehen wir aus“, erklärte Sartor.

Die Stadt Essen informierte am Sonntag über einen Runden Tisch mit Vertretern des Vereins Essener Tafel, der Essener Wohlfahrtsverbände sowie des Verbundes Essener Migrantenselbstorganisationen, der am Freitag tagte. „Im Verlauf des Gesprächs haben sich alle beteiligten Organisationen und Verbände darauf verständigt, die derzeitigen vorübergehend eingeführten Beschränkungen schnellstmöglich aufzuheben“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

„Sollte es zukünftig erneut zu Kapazitätsengpässen bei der Aufnahme von Neukarteninhaberinnen und -inhabern kommen, werden besonders Alleinerziehende, Familien mit minderjährigen Kindern sowie Seniorinnen und Senioren - egal welcher Herkunft - bevorzugt aufgenommen“, heißt es darin weiter. Darüber hinaus werde die Essener Tafel ihre Kernzielgruppe um die Gruppe „der über 50-jährigen Essenerinnen und Essener im Transferleistungsbezug“ erweitern.

Seit dem 10. Januar nimmt die Essener Tafel keine Ausländer mehr als Neukunden an. Die Hilfsorganisation begründete ihr Vorgehen mit einem bereits sehr hohen Anteil an Ausländern unter ihren Kunden. Gerade ältere Menschen und alleinerziehende Mütter hätten sich von den vielen fremdsprachigen jungen Männern in der Warteschlange abgeschreckt gefühlt.

Die Stadt Essen und der Vereinsvorstand hatten vergangene Woche in einer Krisensitzung die Gründung eines Runden Tisches beschlossen, der Lösungsansätze beraten soll. Die Entscheidung des Vereins, bedürftigen Ausländern neue Bezugskarten für Lebensmittel vorerst zu verwehren, sorgte bundesweit für heftige Diskussionen auch um die Sozialpolitik das Ausmaß der Armut.

Essens Sozialdezernent Peter Renzel berichtete auf Facebook von einer konstruktiven Atmosphäre in der zweistündigen Sitzung des Runden Tisches. „Die jetzige Praxis soll schnell wieder aufgehoben werden. Der Vorstand berichtete, dass das Ziel dieser vorübergehenden Massnahme schon fast erreicht ist. Die jetzige Praxis wird in ca. 2-3 Wochen wieder beendet“, schrieb Renzel. An der Mitgliederversammlung des Vereins Essener Tafel am Samstag habe er ebenfalls teilgenommen. „Die Diskussion zur aktuellen Situation war sehr sachlich und ergebnisorientiert.“ Der Vorstand sei von den Mitgliedern mit nur einer Gegenstimme mit sehr großer Mehrheit wiedergewählt worden.

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