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Estlands Inseln: Tipp für Wanderer und Wassersportler

Kuressaare (dpa/tmn) Estland ist zuerst Tallinn. Jeder dritte Este lebt in der Hauptstadt, Hunderttausende Touristen kommen jedes Jahr. Aber Estland ist noch mehr. Vor allem die Ostseeinseln haben einen eigenen Charme.

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Der Leuchtturm auf Saaremaa - Besucher erreichen die estnische Ostseeinsel über einen Damm von Muhu aus. (Bild: Baltikum Tourismus Zentrale/dpa/tmn)

Die alte Burg von Kuressaare - die Anlage geht auf das 14. Jahrhundert. (Bild: Stadtverwaltung Kuressare/Andi Roost/dpa/tmn)

Urlauber finden viele Anbieter, die Kajak- oder Kanutouren zu einigen der 1500 Inseln in der estnischen Ostsee veranstalten. (Bild: Melzer/dpa/tmn)

Wer von Tallinn aus zwei Stunden nach Südwesten fährt, muss zunächst mit der Fähre nach Muhu, bevor er über einen Damm nach Saaremaa, der größten Insel, weiterfahren kann. Es lohnt, sich ein oder zwei Tage Zeit zu nehmen, um die Insel zu erkunden, auf der knapp 2000 Menschen leben.

Auf Muhu wurde 1534 das erste Buch auf Estnisch gedruckt - die Bibel. Auf der Insel lebten Bauern: «Unter einem Dach wohnten 20, 25 Leute, das Vieh noch dazu», sagt Katrin Vaikmaa im Freilichtmuseum von Muhu. Holzhäuser mit Reetdächern empfangen die Besucher. «Die Sowjetunion ging gerade noch rechtzeitig unter, damit die alte Kunst des Reetdachbauens noch überleben konnte», sagt Vaikmaa.

Die Esten lieben die Inseln. Traditionell macht man am Johannistag einen Inselausflug. Die Fähren sind dann schon nach Minuten ausgebucht - in der Regel über das Internet. Das Recht auf freien Zugang zum Internet ist in Estland per Gesetz geregelt. Das Schild mit der Aufschrift «WiFi Area» hängt sogar an der alten Burg von Kuressaare. Sie geht auf das 14. Jahrhundert zurück und gab als Arensburg der Insel-Hauptstadt ihren deutschen Namen. Das Museum stellt die wechselvolle Geschichte der Insel dar, die früher Ösel hieß und die die Esten Saaremaa nennen: Inselland.

Die beste Reisezeit in Estland ist der Hochsommer. Dann ist es auf den Inseln warm und trocken, aber auch teurer. Auf Saaremaa bekommt man aber noch ein einfaches Doppelzimmer für einen Preis, den man in Deutschland für ein gutes Abendessen zahlen muss: Viele Insulaner auf Hiiumaa verdienen sich etwas nebenbei, in dem sie Zimmer vermieten.

Zu Hiiumaa gehören auch Schafe und die Wolle, für die die Insel im Baltikum bekannt ist. Verarbeitet wird sie in Vaemla wie vor hundert Jahren. So alt sind die Maschinen, die in einer kleinen Wollfabrik rattern. «Wir betreiben sie für die Touristen, aber auch, weil sie immer noch funktionieren», sagt Jüri Valdma. Der 63-Jährige hält gern ein Pläuschchen mit den Touristen.

Alte Orden und Leninwimpel zeigen, dass die Maschinen auch zu Sowjetzeiten ratterten. Linda habe ihre Norm zu 128 Prozent erfüllt, steht noch auf einer Urkunde. Und kann man heute noch davon leben? Als Antwort klopft Valdma nur lächelnd auf seinen prallen Bauch. Dann verkauft er die gerade gestrickten Socken für ein paar Euro oder für etwas mehr auch Pullover aus der Wolle und sogar Hüte aus Filz.

Die Inseln sind abwechslungsreich für Wanderer, idyllisch für Reiter - und die Wege sind nicht zu steil für Radfahrer. Aber vor allem der Wassersport ist hier zu Hause. «Zu uns kommen immer mehr Leute, Esten meist, aber auch Schweden oder Deutsche», sagt Ivar Jüssi. Zusammen mit seinen Freunden bietet er Kajaktouren an. Dann geht es auf der Ostsee zu kleinen Inseln, deren verlassene Bauernhöfe wie Freilichtmuseen wirken. Drei Kunststudentinnen sitzen im Gras und üben sich im Malen von Lichtreflexen, sonst ist kein Mensch auf der Insel. Ein bisschen wirkt Westestland wie aus einem Astrid-Lindgren-Roman. Kein Wunder: Ilon Wikland, die fast alle Lindgren-Bücher illustrierte, hat hier ihre Kindheit verbracht.

Informationen: Baltikum-Tourismus-Zentrale, Katharinenstraße 19, 10711 Berlin; Telefon: 030/89 00 90 91.

Offizielle Tourismus-Website fürs Baltikum: www.baltikuminfo.de

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