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Ex-Handballer angeklagt

Schutzgeld-Prozess

Zivilpolizisten im Innenhof, Wachtmeister auf dem Flur, Sondereingang für Besucher: Unter verschärften Sicherheitsbedingungen hat am Mittwoch vor dem Landgericht der Schutzgeld-Prozess gegen einen ehemaligen Weltklasse-Handballer (49) begonnen.

DORTMUND

von Von Werner von Braunschweig

, 25.08.2010

Zum Auftakt legte der 60-malige A-Nationalspieler Polens ein Teilgeständnis ab. In einer dreistündigen Erklärung gewährte der Mann, der in Handschellen in den Saal geführt wurde, detailliert Einblicke in seine Lebensgeschichte. Dabei gab der 49-Jährige Verwicklungen in bewaffnete Überfallpläne und zwielichtige Machenschaften zu.

Den Vorwurf, aktives Mitglied einer moldawischen Schutzgelderpresser-Bande gewesen zu sein, die unter anderem den Betreiber der Asselner Disco „Das fünfte Element“ unter Druck gesetzt hatte, wies er jedoch zurück. Er will „nur“ Fahrer gewesen sein. Seine Bekannten hätten ihm bei nächtlichen „Auftritten“ in diversen Discos stets nur eines gesagt: „Setz’ dich hin, bestell’ dir, was du willst, wir müssen jetzt was besprechen.“ Laut Anklage war der Mann darüber hinaus dabei, als 2002 ein Geschäftsmann auf einem Waldweg bei einer mafia-ähnlichen Bestrafungsaktion verprügelt und ausgeraubt wurde. Außerdem soll er einen Raubüberfall am Rande eines Zwangsversteigerungstermins in Borken geplant haben.

Der Ex-Handballer war im Februar bei einer spektakulären Polizeiaktion während eines Handballspiels bei Dinslaken festgenommen worden. Im Prozess droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.