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Ex-Hochtief-Chef Keitel soll BDI-Präsident werden

Berlin (dpa) Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bekommt eine neue Spitze. Der bisherige Präsident des wichtigsten deutschen Wirtschaftsverbandes, Jürgen Thumann, hat am Donnerstag überraschend den Verzicht auf eine dritte Amtszeit angekündigt.

Ex-Hochtief-Chef Keitel soll BDI-Präsident werden

Der frühere Vorstandschef des Baukonzerns Hochtief, Hans-Peter Keitel (Archivfoto).

Neuer BDI-Präsident soll ab dem kommenden Jahr Thumanns bisheriger Vize, der frühere Vorstandschef des Essener Baukonzerns Hochtief, Hans-Peter Keitel, werden.

Der 67-jährige Thumann, Eigentümer eines Düsseldorfer Familien- Unternehmens, hatte in den vergangenen Wochen durchaus den Eindruck in der Öffentlichkeit erweckt, auch für eine dritte Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Er war während seiner beiden insgesamt vier Jahre dauernden Amtszeiten im Verband nicht unumstritten. So misslang die Suche nach einem Nachfolger des langjährigen BDI- Hauptgeschäftsführers Ludolf von Wartenberg im ersten Anlauf.

Während Thumanns Amtszeit gab es wiederholt Debatten über eine Fusion mit dem Arbeitgeberverband BDA. In den Wirtschaftsverbänden nahm in den vergangenen Jahren der Unmut zu, auf der politischen Bühne an Durchschlagskraft zu verlieren. Thumann sagte dazu, der BDI werde in der politischen Landschaft wahrgenommen. Mit Bundesregierung und insbesondere mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bestehe ein «enger Dialog». Die Positionen des BDI könnten zu 70 bis 80 Prozent erfolgreich in die politischen Debatten eingebracht werden.

Der 61-jährigen Keitel ist bereits BDI-Vizepräsident und seit 2005 Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Er war von 1992 bis Ende März 2007 Vorstandschef des Hochtief-Konzerns. Seit Juli vergangenen Jahres ist er Mitglied des Hochtief-Aufsichtsrats. Die Mitgliederversammlung des BDI soll Ende November über die Nachfolge Thumanns abstimmen. Die Wahl Keitels gilt als sicher.

Thumann machte darauf aufmerksam, dass laut BDI-Satzung eine dritte Amtszeit seinerseits eine Zwei-Drittel-Mehrheit voraussetze. Zum jetzigen Wechsel sagte er: «Nach reiflicher Überlegung halte ich den Zeitpunkt für gekommen und ... für richtig, die Verantwortung für den BDI in neue Hände zu geben. Zur guten Führung gehört auch, rechtzeitig einen geeigneten Nachfolger vorzuschlagen.»

Den Wechsel vom Familienunternehmer Thumann zum angestellten Manager Keitel wollte Thumann nicht als Strategiewechsel verstanden wissen. Der BDI sei gerade mit Blick auf die Globalisierung «sehr gut aufgestellt», sagte Thumann.

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