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Ex-Profi Jaksche über Froome-Sky: „Fast Armstrong-Ausmaße“

München. Ex-Radprofi Jaksche fordert eine Froome-Sperre und sieht in den Manipulations-Qualitäten des Sky-Teams Parallelen zur Armstrong-Ära. Ein Rechenfehler könnte hinter dem erhöhten Froome-Wert des nachgewiesenen Asthmamittels stecken.

Ex-Profi Jaksche über Froome-Sky: „Fast Armstrong-Ausmaße“

Ex-Profi Jörg Jaksche kritisiert den britischen Sky-Rennstall von Chris Froome. Foto: Christophe Karaba

Ex-Radprofi Jörg Jaksche war in seinen Teams Once, Telekom und CSC Mitglied im großen Club der Doper. Nach seinem Geständnis 2007 und der Wandlung zum Kritiker der Szene attackiert er in der neuesten Affäre auch den viermaligen Toursieger Chris Froome und dessen Sky-Team.

Die durch die Salbutamol-Affäre des Briten zutage getretene Praxis des Medikamentenmissbrauchs in der britischen Erfolgs-Mannschaft sei mit den Manipulationen der Armstrong-Ära zu vergleichen, sagte Jaksche der Deutschen Presse-Agentur.

„Das Argument, das Asthmamittel Salbutamol sei erlaubt und deshalb nicht als glasklares Doping einzustufen, zieht nicht. Froome lag mit seinen Wert klar über dem Erlaubten, also gehört er gesperrt, je schneller, desto besser. Ein bisschen schwanger geht auch nicht“, erklärte der Franke, der nach seinem Doping-Geständnis 2007 und dem Einsatz als Kronzeuge in der Branche als Nestbeschmutzer gebrandmarkt worden war und keinen adäquaten Job mehr fand.

„Für mich hat die Manipulation im Sky-Team fast Armstrong-Ausmaße, auf jeden Fall ist es auch systematisch. Unter dem Strich wird wieder einmal klar: Im Radsport hat sich nicht viel zum Besseren geändert. Wir haben anders gedopt, weil damals manches noch nicht nachzuweisen war“, sagte der 41 alte Jaksche, der inzwischen als Sport-Manager in München arbeitet.

Er rechne nicht mit einer schnellen Klärung der Affäre, so dass Froome sowohl beim Giro im Mai als auch bei der Tour im Juli starten könnte. Der Brite, der dem Weltverband UCI immer noch eine Erklärung für die überhöhten Werte des Asthmamittels schuldig ist, ist zur Zeit bei der italienischen Fernfahrt Tirreno-Adriatico im Einsatz. Die Vorgehensweise im Fall Froome erinnere Jaksche „an Contador, der erst zwei Jahre nach seinem aufgedeckten Dopingfall von 2010 gesperrt wurde und die in dieser Zeit errungenen Siege abgesprochen bekam“.

Jaksche hat Verständnis für die finanziellen Notwendigkeiten des Seriensiegers aus London. „Ist doch klar, dass Froome versuchen wird, so lange wie möglich weiter zu fahren, er kassiert von Sky pro Monat 300 000 Euro. Ein 'kleinerer' Fahrer mit meinetwegen 3000 Monatsgehalt wäre schon längst gesperrt worden, wie das vor Jahren bei vergleichbar hohem Salbutamol-Einsatz Petacchi und Ulissi ja auch passiert ist.“

Für den Weltverband UCI, der sich immer noch nicht zu einer Sperre durchringen und weiter auf die Klärungs-Phase verweist, sei dieser Fall nach den Worten des früheren Gewinners von Paris-Nizza „in Bezug auf mögliche Regressforderungen bei einer Bestrafung“ besonders brisant.

Jaksche hat auch eine Theorie wie der doppelte Wert des Erlaubten beim Froome-Test während der Vuelta am 7. September 2017 zustande gekommen sein dürfte. „Froome und seine Entourage haben sich schlicht verrechnet“. Der spätere Vuelta-Sieger habe „womöglich eine Blutkonserve erhalten, die noch Salbutamol enthielt. Dann hat er dazu Salbutamol weiter inhaliert“.

Die erlaubten 1000 Nanogramm des darin enthaltenen Wirkstoffes seien „ja schon sehr viel“. Zumal zu bedenken sei, „dass sich das im Körper schnell abbaut. Also wird Froome zum Start der wichtigen Etappe noch weit mehr als die nach etwa sechs Stunden gemessenen 2000 Nanogramm aufgewiesen haben“, vermutete Arzt-Sohn Jaksche.

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