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Experten rechnen 2009 mit Nullwachstum

Hamburg (dpa) Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet laut «Spiegel» für das kommende Jahr mit Stagnation in Deutschland. Die deutsche Wirtschaft werde 2009 auf der Stelle treten und nicht wachsen.

Experten rechnen 2009 mit Nullwachstum

Experten blicken pessimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf das neue Jahresgutachten, das die fünf Wirtschaftsweisen an diesem Mittwoch vorstellen werden. Als Folge werde auch die Zahl der Arbeitslosen nach jahrelangem Rückgang wieder etwas steigen. Ursache für den Abschwung seien die abnehmende Industrieproduktion und die schrumpfenden Auftragseingänge.

Die Wissenschaftler um den Volkswirt Bert Rürup sind damit pessimistischer als Bundesregierung und Forschungsinstitute, die jeweils ein Plus von 0,2 Prozent für das nächste Jahr vorausgesagt haben. Allerdings hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem am Donnerstag vorgelegten neuen Weltwirtschaftsausblick für Deutschland sogar ein Minus beim Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent prognostiziert. Durch den erheblichen Einbruch der globalen Nachfrage werde Deutschland 2009 eine scharfe Umkehr erleben, hieß es mit Blick auf die bislang starke Exportwirtschaft.

Nach Einschätzung des US-Ökonomen Michael Burda wiederum zeichnet der IWF die wirtschaftliche Lage eher noch zu optimistisch. «Deutschland und Europa stehen eindeutig vor einer Rezession, die auch noch tiefer ausfallen könnte, als der IWF jetzt prognostiziert», sagte Burda, der an der Berliner Humboldt-Universität lehrt, dem «Tagesspiegel». In Europa könne es aber 2010 wieder aufwärtsgehen. «Amerika bleibt Ausgangspunkt und Zentrum der Krise. Europa wird mittelfristig nicht so stark betroffen sein», sagte Burda. Vor allem Deutschland könne vom EU-Binnenmarkt profitieren, weil das Land für den Handel mit den aufstrebenden osteuropäischen Staaten perfekt positioniert sei.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte vor Panikmache bei der Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Konjunktursignale seien zwar nicht gut, aber auch nicht durchgehend katastrophal, sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der «Rheinpfalz am Sonntag». Wansleben räumte ein, dass Auftragseingänge und Industrieproduktion zurückgingen. Doch Deutschland sei mit deutlich gestiegener Wettbewerbsfähigkeit international gut aufgestellt, der konjunkturelle Schaden werde sich in Grenzen halten. Helfen würden dabei die niedrigen Zinsen sowie die gesunkenen Energie- und Rohstoffpreise. Der DIHK gehe weiterhin von einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent im kommenden Jahr aus.

Die Wirtschaftsweisen kritisierten laut «Spiegel» unterdessen das Konjunkturpaket der Bundesregierung. Die Maßnahmen seien nicht zielgenau genug. Auf besonderes Unverständnis treffe die Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer beim Kauf eines neuen Autos. Das helfe der Konjunktur nicht.

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