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Explosionsgefahr im Ruhr-Gymnasium gebannt: Säure kontrolliert gesprengt

WITTEN Alarm im Ruhr-Gymnasium: Nach dem Fund von explosiver Pikrinsäure musste die Schule am Montagnachmittag geräumt werden. Mit einer kontrollierten Sprengung konnte die Gefahr jedoch am frühen Abend gebannt werden.

von Von Susanne Linka

, 11.08.2008
Explosionsgefahr im Ruhr-Gymnasium gebannt: Säure kontrolliert gesprengt

Schnell werden die Torf-Säcke hinters Haus gebracht, dort liegt der Zugang zum Spielplatz.

Am Ruhr-Gymnasium hatte Chemie-Lehrer Udo Pohle am ersten Schultag entdeckt, dass auch der Bestand in seiner Schule ausgetrocknet und kristallisiert war. Bei der Benutzung im Unterricht hätte Gefahr gedroht, wie letzte Woche schon in Dortmund.

„Menschen in der Nähe wären natürlich gefährdet. Bei einer Explosion wären aber nur Sachschäden im Raum, nicht am ganzen Gebäude zu erwarten“, ordnete ein Sprengstoffexperte vom Landeskriminalamt (LKA) die zerstörerische Kraft ein. Als am Nachmittag gerade die Einschulungsveranstaltung für die neuen Fünftklässler lief, war die Feuerwehr mit den Sprengstoffexperten angerückt. Sie entschieden, dass eine kontrollierte Sprengung erfolgen sollte - auf dem Spielplatz neben der Schule.

Schnell waren die Aufgaben verteilt: Die Feuerwehr holte Torfsäcke, die Polizei legte sich den Plan für die erforderlichen Sperrungen zurecht. Dann hieß es warten, bis die Einschulungsveranstaltung im Nebengebäude beendet war. Große Augen machten die Jungen und Mädchen, als sie nach dem ersten Schultag mit ihren Eltern das Gymnasium verließen: „Was ist denn hier los?“, wurden die Polizisten und Feuerwehrleute immer wieder gefragt.

Als das Gebäude leer war, kamen die Torfsäcke: Es konnte losgehen. Neugierige Passanten mussten raus aus der Gefahrenzone, die Anwohner rein in ihre Häuser und die Fenster schließen. In Schutzkleidung brachte ein Experte vom LKA die Flasche mit den 20 Gramm getrockneter Pikrinsäure aus dem Chemieraum im zweiten Stock auf den Spielplatz. Um 18.07 Uhr dann ein Knall - nicht viel lauter als ein Kanonenböller zu Silvester. Zu sehen war nicht viel. Zurück blieb nur ein unscheinbares Loch im Sand auf dem Spielplatz.