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FC Sevilla: Spaniens launische Diva will „alles geben“

Sevilla. Gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München ist der FC Sevilla klarer Außenseiter. An guten Tagen kann das Team ohne Superstars es aber auch in der Champions League mit jedem aufnehmen. Der Clubboss träumt auf jeden Fall ganz groß.

FC Sevilla: Spaniens launische Diva will „alles geben“

Sevillas Luis Muriel (l) und Jesus Navas jubeln über einen Treffer gegen den FC Barcelona. Foto: Miguel Morenatti/AP

Der FC Bayern kann noch nicht wirklich wissen, gegen welches Team es im Viertelfinale der Champions League geht. Gegner FC Sevilla, der den deutschen Fußball-Rekordmeister zum Hinspiel im Estadio Ramón Sánchéz-Pizjuan empfängt, ist nämlich eine Mannschaft mit zwei Gesichtern.

So etwas wie die launische Diva der Primera División, mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt. Oder auch: „Ein bipolares Team mit einer großen Hoffnung“, wie die Regionalzeitung „Diario de Sevilla“ titelte.

Die Elf aus Andalusien zeigte auch am Samstag bei der Generalprobe gegen den FC Barcelona gleich beide Gesichter. Nach der 2:0-Führung drohte dem LaLiga-Tabellenführer Barcelona die erste Meisterschafts-Niederlage. Doch kurz vor Schluss fiel doch noch der Ausgleich. Da passte die Aussage von Trainer Vincenzo Montella: „Ich bin auf meine Spieler zugleich sehr stolz und sehr böse.“

Mit Blick auf das Spiel gegen die Bayern glaubt der Coach aber, dass der späte Rückschlag durch die Tore von Luis Suárez (88.) und Lionel Messi (89.) vielleicht doch nicht so schlecht ist. „Ist möglicherweise sogar gut, weil wir dann mit dieser Wut im Bauch mit noch mehr Engagement ins Spiel gehen“, meinte der 43-Jährige.

Der FC Sevilla schaltete im Achtelfinale Manchester United auch nach einem mageren 0:0 daheim dank eines 2:1-Auswärtserfolges aus und feierte den ersten Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse nach 60 Jahren. „Das Team hat gezeigt, dass es an guten Tagen jeden Gegner vom Platz fegen kann“, schrieb „Diario de Sevilla“.

In der Liga ist Sevilla Sechster, am 21. April steht das Team ohne Superstars in Madrid gegen Titelverteidiger FC Barcelona im Finale des spanischen Pokals. Die Diva hatte in der Primera División sowohl auswärts bei Real Madrid (0:5) und FC Valencia (0:4) als auch daheim gegen Atlético Madrid (2:5) Aussetzer. Gegen die Bayern wird man auf den gelbgesperrten Spielmacher Éver Banega verzichten müssen, im Kader hat er keinen gleichwertigen Ersatz. Dafür kehrt der gegen Barça gesperrte Pablo Sarabia ins Team zurück.

Der Matchwinner von Manchester wird derweil zunächst wohl auf der Bank Platz nehmen. Wissam Ben Yedder erzielte beim Premier-League-Topteam nach seiner Einwechslung in der 71. Minute die beiden Siegtreffer und tönte nach dem Abpfiff: „Wir haben hier gezeigt, dass wir zu den ganz Großen Europas gehören.“ Mit acht Treffern (sogar zehn mit den beiden Playoff-Toren) belegt der Franzose tunesischer Abstammung hinter Real-Madrid-Star Cristiano Ronaldo (12) den zweiten Platz in der Königsklassen-Torschützenliste.

Doch Montella bevorzugt fast immer den Kolumbianer Luis Muriel als Sturmspitze. Dieser will am Dienstag zusammen mit dem in Argentinien geborenen Italiener Franco Vázquez viel Druck machen. In Richtung Gegner sagte er: „Wir gehen hochmotiviert ins Spiel und werden anders, noch besser (als gegen Barcelona) spielen. Wir wollen in die nächste Runde und werden alles geben."

Ob mit oder ohne Ben Yedder. Auf dem Zettel muss man die Andalusier vor allem in K.O.-Wettbewerben immer haben. Seit dem Jahr 2000 gewannen sie nicht weniger als fünf Mal die Europa League, zuletzt sogar drei Mal in Serie (2014-2016). Nach dem Sieg in Mnachester rief Club-Präsident José Castro vor Journalisten: „Wir sind supergücklich, wir haben ein Team voller Stars geschlagen. Nun träumen wir vom Gewinn der Champions League.“

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