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FIFA-Generalsekretärin wehrt sich gegen Vorwürfe

Zürich. Wenige Wochen vor dem WM-Anpfiff in Russland droht der FIFA ein Skandal um die bevorstehende Wahl des Turnier-Gastgebers 2026.

FIFA-Generalsekretärin wehrt sich gegen Vorwürfe

Der Senegalesin Fatma Samoura wird ein Interessenkonflikt bei der Wahl des WM-Gastgebers 2026 vorgeworfen. Foto: Andreas Arnold

Wie der englische Sender BBC am Mittwoch berichtet, wurde die Generalsekretärin Fatma Samoura bei der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes angezeigt. Der Senegalesin wird demnach ein Interessenkonflikt wegen eines nicht publik gemachten verwandtschaftlichen Verhältnisses mit dem früheren Profi El Hadji Diuof vorgeworfen, der als Botschafter für die WM-Bewerbung Marokkos arbeitet.

Samoura wies die Vorwürfe als „lächerlich“ und „haltlos“ zurück. „El Hadji Diouf ist kein Mitglied meiner Familie, und damit ist alles geklärt. Es gibt keine Grund für weitere Diskussionen“, sagte sie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Wer die Generalsekretärin bei den Ethikhütern angezeigt haben soll, ist nicht bekannt.

Die Anschuldigungen setzten eine Reihe von Ungereimtheiten um den Vergabeprozess für das Turnier 2026 fort. Im BBC-Bericht wird auch eine anonyme FIFA-Quelle genannt, die behauptet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino gezielt Einfluss genommen habe, um der marokkanischen Bewerbung zu schaden.

In einer harschen Reaktion wies die FIFA die Behauptungen zurück. „Diffamierende Anschuldigungen sind nicht akzeptabel, besonders, wenn sie mitten in einem Bewerbungsverfahren geäußert werden, wenn Ruhe, Verantwortungsgefühl und Respekt herrschen sollten“, hieß es. Der WM-Vergabeprozess sei so „fair, objektiv und transparent wie möglich“.

Verbandschef Infantino gilt als Unterstützer der Dreier-Kandidatur der USA mit Mexiko und Kanada. Stimmberechtigt ist Infantino wie auch Samoura allerdings nicht. Erstmals wird der WM-Gastgeber am 13. Juni von 207 FIFA-Mitgliedsländern beim Kongress bestimmt. Hier werden Marokko realistische Chancen gegen das Amerika-Trio eingeräumt.

Bei der jüngsten Sitzung des FIFA-Councils hatte Infantino nach dpa-Informationen gegen Proteste aus Afrika und Europa durchgesetzt, dass die fünfköpfige Task Force um Samoura-Stellvertreter Zvonimir Boban einen WM-Bewerber nach ihren derzeitigen Inspektionsbesuchen von der Wahl wegen struktureller Defizite ausschließen darf. Dieses Schicksal könnte Marokko drohen.

DFB-Chef Reinhard Grindel warnte nochmals vor einem solchen Vorgehen. „Wenn es nur zwei Kandidaten gibt, muss der Kongress die Chance haben, abzustimmen. Wir brauchen keine Gerüchte in einem solchen Prozess“, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

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