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Ratgeber

Fahrraddiebe frustrieren: Wann ein Schloss sicher ist

Hamburg Das Fahrrad abgestellt und mal kurz in den Supermarkt - doch der Rückweg muss dann leider ohne Rad bewältigt werden. Fahrräder sind oft nur unzureichend gesichert und lassen sich von Dieben relativ problemlos mitnehmen. Worauf man beim Abschließen seines Rads achten sollte:

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Ein U-förmiges Stück Metall für die Sicherheit: Bügelschlösser widerstehen Aufbruchversuchen meist sehr gut. Bild: (Abus/dpa/tmn)

Nicht einfach nur abschließen: Wird das Fahrrad an einem Gegenstand gekettet, erschwert das die Arbeit der Diebe. (Bild: Abus/dpa/tmn

Eine Alternative: Faltschlösser bieten Sicherheit und benötigen nicht viel Raum zur Unterbringung. (Bild: pd-f/dpa/tmn)

Laut dem BKA ist die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen mit gerade einmal 10,5 Prozent besonders niedrig. Wer als Fahrradbesitzer keinen Drang verspürt, auch einmal in dieser Statistik aufzutauchen, sollte vor allem eines tun: Sich ein sicheres Schloss zulegen.

Die Überzeugung, dass ein abgestelltes Rad gesichert gehört, hat sich längst durchgesetzt. Allerdings wird dabei oft vergessen, dass Schloss nicht gleich Schloss ist. So manches Billigmodell bekommt ein durchschnittlich begabter Dieb mit einem handelsüblichen Bolzenschneider geknackt. Denn unter Fahrradschlössern gibt es eine Hierarchie in Sachen Sicherheit. Als Klassiker gibt es das Kabel-, darüber rangiert das Stahlseilschloss. Dann gibt es die Schlosskette und schließlich das Bügelschloss.

Die Vorlieben der Radler und die Sicherheit der einzelnen Modelle ergänzen sich allerdings nicht immer. So werden gerne Spiral- oder Kabelschlösser gekauft. Sie gelten als leicht und flexibel und damit recht problemlos zu transportieren. Und da sie so flexibel und meist auch recht lang sind, lassen sie sich gut um dickere Gegenstände wie massive Pfeiler wickeln.Bügelschlösser bessere Wahl

«Sie bieten aber nur vergleichsweise wenig Schutz», warnt Roland Huhn, Leiter der Abteilung Technik des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Denn dass so ein Schloss beweglich ist, hat mit den Metalldrähten im Inneren der Kunststoffhülle zu tun. Und die lassen sich auch mit einer kleinen Zange knacken. «Einem Dieb reichen dazu wenige Sekunden.»

Auf der anderen Seite stehen die Bügelschlösser. Die Bezeichnung steht für einen massiven, u-förmigen Metallbügel, dessen beide Enden mit einem abschließbaren Metallriegel gesichert werden. Weil hier Flexibilität keine Rolle spielt, können die Hersteller auf die Stabilität des Bügels setzen - der einem Fahrraddieb deutlich mehr entgegenzusetzen hat als die meisten der vielen Kabelschlösser.

Doch viele Radfahrer sehen es als Problem an, dass sie auf die Form des Bügelschlosses angewiesen sind. Es lässt sich eben nicht an einen beliebig dicken Pfeiler oder Baum anschließen. Um mit so einem sicheren Bügelmodell glücklich zu werden, empfiehlt ADFC-Experte Huhn eine Mindestlänge des Schlosses von 30 Zentimetern und einen Innendurchmesser des Bügels von mindestens 12 Zentimetern. Sind diese Maße erfüllt, sollte das Anschließen kaum Probleme bereiten.Faltschlösser

Eine aktuelle Alternative sind Faltschlösser. Bei ihnen ersetzen zusammenklappbare Elemente den starren Bügel. Das heißt, der Radler hat mehr Flexibilität, ohne auf Sicherheit verzichten zu müssen.

Beim Schloss-Kauf aufs Geld zu schauen, ist im Wortsinn nur recht und billig. Zu geizig sollten Radfahrer jedoch nicht sein. «Man kann nicht davon ausgehen, dass man für 4,99 Euro ein sicheres Schloss bekommt - das ist nicht möglich», sagt Siegfried Neuberger vom Zweirad Industrie-Verband (ZIV).Billig-Schlösser taugen meist nichts

Ebenso wie Neuberger nennt auch Roland Huhn als Faustformel, dass für ein Schloss etwa 10 Prozent des Fahrrad-Neupreises investiert werden sollen. Insgesamt gilt der Preis tatsächlich als Indiz dafür, wie viel Mühe ein Dieb beim Knacken hat. «Die besten Schlösser kosten knapp 90 Euro», sagt Huhn. Aber bereits zu Preisen um 30 Euro lasse sich ein ausreichend sicheres Modell bekommen.

Bleibt die Frage, wo und wie der Radler das Sicherheitsutensil anbringen sollte. Denkbar ungünstig wäre es, nur den Drahtesel selbst zu verschließen - mit dem Schloss zwischen Rahmen und Rad. Denn dann ließe sich das Fahrrad immer noch leicht wegtragen.Rahmen und Rad anschließen

Ebenfalls lediglich eine Teilsicherheit bringt es, wenn allein der Rahmen am einen festen Gegenstand geschlossen wird: Laut Roland Huhn erfreuen sich unter anderem ungesicherte Vorderräder mit Nabendynamo großer Beliebtheit bei Kriminellen. Sie können schließlich durchaus 100 Euro wert sein und sind gut weiterzuverkaufen. Auf der sicheren Seite ist, wer das Schloss so ansetzt, dass es den Rahmen sowie das Vorder- oder gegebenenfalls das Hinterrad gemeinsam an einem festen Gegenstand anschließt.

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