Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Fahrt ins Phantasialand

BOCHUM "Jetzt ist angeblasen", sagt ein sichtlich euphorisierter Elmar Goerden. Mit den fünf Eröffnungspremieren im Kreuz sei er "richtig heiß drauf", am Mittwoch eine weitere Uraufführung zu zeigen.

von Von Max Florian Kühlem

, 29.10.2007
Fahrt ins Phantasialand

Mit Spaß am Spökes präsentiert sich im „Alptraum vom Glück“ ein befreit aufspielendes Ensemble, zu dem unter anderem Johanna Sembritzki, Elizabeth Blonzen, Maja Beckmann und Gabi Geist (v.l.) gehören

Justine des Cortes "Alptraum vom Glück" haben Goerden und sein Ensemble im Sommer schon dreimal auf den Recklinghauser Ruhrfestspielen gezeigt. "Das war von der Stimmung her ein bisschen wie eine Fahrt ins Phantasialand", erzählt der Intendant. Er habe seinen Schauspielern viel Freiheit beim Finden der Rollen und des Rhythmus gelassen, was erklärt, warum die 14 Damen und Herren so gelöst und befreit aufspielen konnten. "Nicht selten haben sie eine unbändige Lust am Spökes gezeigt", so Goerden.

Splitter und Bögen

43 Szenen gibt es im Stück, teils nur kurze Handlungssplitter, teils größere Erzählbögen, die im Laufe des Stückes immer wieder aufgenommen werden. "Es ist kein episches Erzählen, eher eine Nummerndramaturgie", sagt Goerden, "und der Zusammenhang verbirgt sich im Titel." Alle Figuren träumen den Alptraum vom Glück. Sie suchen, sie lechzen, sie wüten, sie wettern, sie versuchen zu glauben. Die Frau, die alle sieben Jahre neben einem neuen Mann erwacht, der Mann, der schnaubend alles nieder schreit, das Mädchen, das sich selbst entjungfert. "In Recklinghausen gab es Zwischenrufe wie im Kasperletheater und nach den Vorstellungen spannende Gespräche mit Zuschauern", erinnert sich Goerden. Eins ist also sicher: Das Stück lässt niemanden kalt.

Für die Bochumer Premiere hat man nur kleinere Umstellungen und Kürzungen vorgenommen. "Wir glauben, dass das Stück so wie es ist spannend ist", sagt der Intendant. Zusammen mit dem "Ohne Alles"-Festival sei es zudem ein wichtiger Schritt für das Zusammenwachsen seines Ensembles gewesen: "Man hat jetzt das Gefühl, dass sich alle viel unbefangener begegnen."