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Fall Skripal: EU verschärft Ton gegenüber Russland

Brüssel. Der EU-Gipfel wollte eigentlich beraten, wie Europa wettbewerbsfähiger werden kann. Doch dann ging es zunächst um ganz andere Baustellen der Weltpolitik.

Fall Skripal: EU verschärft Ton gegenüber Russland

Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, begrüßt Bundeskanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs. Foto: Aleksi Tuomola/Lehtikuva

Im Fall des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal verschärft die EU den Ton gegenüber Russland. Man stimme mit der britischen Regierung darin überein, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für den Anschlag in Salisbury trage, und dass es keine plausible alternative Erklärung gebe, teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Donnerstagabend nach Beratungen beim EU-Gipfel in Brüssel mit.

Noch am Montag hatte sich die EU bei einem Außenministertreffen nicht auf eine klare Schuldzuweisung in Richtung Russland einigen können. Damals hatte es geheißen, die EU nehme die Einschätzung Großbritanniens sehr ernst, dass höchstwahrscheinlich Russland für den Anschlag verantwortlich sei.

Der frühere Doppelagent Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury gefunden worden. Sie wurden nach derzeitigem Ermittlungsstand mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Beide befinden sich noch in einem kritischen Zustand. Russland streitet jegliche Verantwortung für den Anschlag ab.

Skripal soll den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 über russische Agenten in Europa informiert haben. 2004 flog der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU auf und wurde festgenommen. Er wurde zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kam er 2010 nach Großbritannien.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten sich zuvor am Donnerstagabend in Brüssel für eine starke gemeinsame Botschaft der Europäer an Russland ausgesprochen.

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