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Falsche Kiste, kein Geld

MENGLINGHAUSEN Auf jeden 29. im Monat hat Stephanie Stawinski das letzte halbe Jahr gewartet. Denn da sollte ihr der Briefträger das Elterngeld bringen. Nachdem es regelmäßig zu Verzögerungen kam, wandte sich die Leserin nun an die RN und an die Post.

von Von Caroline Uschmann

, 09.10.2007

"Einmal in sechs Monaten kamen die 300 Euro pünktlich" - Stephanie Stawinski (38) verzweifelte fast an dem Bürokratie-Dschungel, der damit auf sie zukam. Einmal kam das Geld, das das Versorgungsamt bar durch die Post übermitteln lässt, später, einmal wurden zwei Monate zusammengefasst, erzählt die 38-Jährige.

Außerdem musste sie bereits Nachforschungsanträge bei der Postfiliale in Hombruch stellen, da ihr Geld ganz verschwunden war. "Und ich bin darauf angewiesen", sagt Stephanie Stawinski, die mit ihren sechs Monate alten Sohn von Hartz 4 lebt. Letztgenannter Fall kam in diesem Monat nun zum zweiten Mal vor. Ellen Büch von der Familienhilfe des Jugendamtes, die Mutter und Kind betreut, berichtete von ähnlichen Erfahrungen, nach denen Beträge falsch ausgezahlt worden seien.

In Stephanie Stawinskis konkretem Fall hatte ihr der Briefträger am 1.10. einen Benachrichtigungsschein darüber ausgestellt, dass das Geld ausnahmsweise in der Filiale in Hombruch liege. Doch dort wusste man nichts von der anstehenden Auszahlung. Da reichte es Stephanie Stawinski. Post-Pressesprecher Rainer Ernzer versucht auf Nachfrage unserer Zeitung, den Fehler in diesem Monat zurückzuverfolgen.

"Er lag leider klar bei uns", so Rainer Ernzer. Was genau schief gegangen war, ließ sich bis gestern nicht mehr klar nachvollziehen. "Vermutlich ist die Zahlungsanweisung ganz einfach in einer falschen Kiste gelandet." Der Pressesprecher entschuldigte sich im Namen der Post, auch dafür, dass er die Fehler der letzten fünf Monate nicht mehr zeitnah nachvollziehen könne.

Ab November wollte sich Stephanie Stawinski das Elterngeld ohnehin auf ihr neu eingerichtetes Konto überweisen lassen. Rainer Ernzer veranlasste nun am Montag beim Versorgungsamt die nachträgliche Überweisung des Oktober-Geldes - denn mit der Nachforschung hätte Stephanie Stawinski erfahrungsgemäß noch einmal bis zu sechs Wochen warten müssen. Nach den aktuellen Maßnahmen sagt sie erleichtert: "Gut, dass es jetzt doch zumindest etwas schneller geht - nächste Woche soll das Geld kommen." Rainer Ernzer ist nur zum Teil zufrieden: "Durch einige Stellen muss der Antrag nun doch noch laufen. Zumindest ein wenig konnte die Bürokratie umgangen werden."

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