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Familiäre Atmosphäre rund um die St. Vinzentius-Kirche

Harpener Dorffest

Der süße Duft gebrannter Mandeln, klebrige Zuckerwatte, laute Musik - diese Dinge standen sicher nicht auf der Liste der hochlöblichen Präfektur, als sie 1812 den Harpenern einen eigenen Vieh- und Krammarkt erlaubte.

BOCHUM

von Von Vanessa Bolmer

, 22.08.2010
Familiäre Atmosphäre rund um die St. Vinzentius-Kirche

Das Harpener Bauerntheater Anno 1800 stellte die Übergabe der Marktrechte in altdeutscher Sprache nach.

Alljährlich erinnert der Stadtteil im Bochumer Norden mit einem Fest an die Übergabe der Marktrechte. Anstelle eines üblichen Kirmesplatzes findet das bunte Treiben auf zwei Straßen rund um die St. Vinzentius-Kirche statt - "eine weit familiärere Atmosphäre" wie die Harpener sagen.

Das Fest will Jung und Alt, Kirmes und Dorffest, miteinander verknüpfen. In Autoscooter, Love Express und Disco Dance wirbeln also Junggebliebene herum, während die ältere Generation gebannt dem Bergmannschor lauscht. Im BV-Nord Express tuckern dann alle gemeinsam mit fünf km/h über die Dorfstraße. Die Mischung macht's.

Zur traditionellen Eröffnung stellt das Harpener Bauerntheater Anno 1800 die Übergabe der Marktrechte in altdeutscher Sprache und mit viel Witz und Charme nach. Da warnt Hirte Wolfgang von Geisental mit Ziege Marry im Schlepptau vor rückläufigen Viehbeständen, da "einfach zu viele Ochsen durch Harpen laufen". Die Bauernzunft berichtet von schlechter Ernte, so dass dieses Jahr kein Korn gebrannt werden könne.  Traditionsgericht Kirmes-Bratwurst Aber das Volk muss zum Glück trotzdem weder Durst noch Hunger leiden. Das Traditionsgericht Kirmes-Bratwurst bekommt internationale Konkurrenz durch chinesische Leckereien und Döner.

Ein besonderer Moment des Festes wird erst im Oktober seinen Ausklang finden. Viele Kinder banden Kärtchen mit ihrer Anschrift an Luftballons und ließen die blau-weiße Pracht in den Himmel steigen. Nun hoffen sie inständig auf viele Rücksendungen, die dann im Oktober zur Leistungsshow Harpen gezählt werden.

"Es soll auf bestmögliche Weise dafür gesorgt werden, dass das Publikum zufrieden ist", lautete die ursprüngliche Vorgabe der Präfektur. 198 Jahre später wird sie in Harpen immer noch tadellos umgesetzt.