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Familiendrama in Leipzig: Amt sieht keine Fehler

Leipzig (dpa) Das Leipziger Jugendamt weist eine Mitschuld am tragischen Tod einer drogenabhängigen Frau und ihres vermutlich verdursteten zweijährigen Sohnes zurück. Amtsleiter Siegfried Haller sagte am Mittwoch nur, es würden derzeit die Arbeitsweise und Entscheidungen des zuständigen Betreuers geprüft.

Familiendrama in Leipzig: Amt sieht keine Fehler

Blick auf die mit Kinderbettwäsche verhangenen Fenster eines Wohnhauses in Leipzig. In der Wohnung war ein Kleinkind zusammen mit seiner 26 Jahren alten Mutter leblos gefunden worden. Foto: Jan Woitas

Der Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) hatte im April den letzten Kontakt zu der 26-Jährigen und keinen weiteren Betreuungsbedarf mehr gesehen. «Momentan ist noch völlig offen, ob geltende Standards womöglich unterschritten wurden», sagte Haller.

Die Frau und der zwei Jahre alte Junge wurden in der Nacht zum 17. Juni tot in ihrer Wohnung gefunden. Vermutlich ist das Kind qualvoll neben der Leiche seiner Mutter verdurstet. Das endgültige Obduktionsergebnis steht allerdings noch aus.

«Der Mitarbeiter kannte den Fall seit längerem und wusste um die Verhältnisse», sagte Haller. Den Behörden war bekannt, dass die Frau seit mindestens ihrem 16. Lebensjahr rauschgiftabhängig war. Ende vergangenen Jahres habe die Mutter den Kontakt zur Suchtberatung abgebrochen, teilte Leipzigs Suchtbeauftragte Sylke Lein mit.

Beim letzten Treffen am 10. April habe der Mitarbeiter den augenscheinlichen Gesundheitszustand von Mutter und Kind beurteilt, ebenso wie den Umgang der Beiden miteinander, erläuterte ASD-Leiterin Sybill Radig. Beides habe der Betreuer als gut eingeschätzt und die 26-Jährige entlassen, ohne ein weiteres Treffen zu vereinbaren. Die Frau berichtete bei dem Termin auch, sie wolle mit ihrem neuen Lebensgefährten aus Leipzig wegziehen.

Jetzt werde untersucht, ob der Betreuer eine Teamkonferenz hätte einberufen müssen, um seine Entscheidung mit Vertretern der anderen Hilfeeinrichtungen diskutieren und prüfen zu können, sagte Jugendamtsleiter Haller. Ob es eine Fehlentscheidung war, könne man derzeit nicht bewerten. Haller: «Es geht nicht darum, einen Kollegen in diesem Schock vorzuverurteilen.»

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