Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Familienvater wegen Morddrohung zu 6000 Euro Strafe verurteilt

Landgericht Bochum

BOCHUM "Ich bringe dich und deine Familie um." So soll ein Vater von vier Kindern einen Mann bedroht haben. Trotz Unschuldsbeteuerungen verurteilte ihn das Gericht am Mittwoch. Die Richterin kannte den 48-Jährigen nur zu gut.

05.08.2010
Familienvater wegen Morddrohung zu 6000 Euro Strafe verurteilt

Einfach unbelehrbar. Wieder einmal will er es nicht gewesen sein. Das erklärte gestern ein wegen Bedrohung angeklagter Bochumer. Das Amtsgericht war jedoch ganz klar anderer Meinung und urteilte: Der 48-Jährige hat einem Mann, der angeblich seine Tochter (25) verfolgt hatte, mit dem Tode gedroht. Wörtlich soll der Angeklagte damals gesagt haben: „Ich bringe dich und deine Familie um.“ Im Prozess wehrte sich der geschiedene Vater von vier Kindern jedoch nach Kräften. „Das habe ich nicht gesagt“, beteuerte er immer wieder. Doch das half ihm wenig. Zu eindeutig war die Aussage des Opfers (31). Und ihr folgte auch das Gericht. Es verurteilte den Bochumer zu einer Geldstrafe von 6000 Euro (120 Tagessätze).

Mehrfach hatte die Richterin im Verfahren versucht, an die Vernunft des Angeklagten zu appellieren und seinen Widerstand gegen die drohende Verurteilung aufzugeben. Schließlich kannte sie den Mann nur allzu gut. 2009 hatte sie ihn ebenfalls wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von 4000 Euro verurteilt. Damals hatte er seine Frau, die sich inzwischen von ihm getrennt hat, bedroht. Mehrere weitere Verfahren waren eingestellt worden, nachdem die Ehefrau die Anzeigen zurückgezogen hatte. Und in einem weiteren Fall soll er seiner Tochter mit dem Tod gedroht haben. Diese Verfahren waren im Hinblick auf den gestrigen Prozess eingestellt worden. Doch alle Signale des Entgegenkommens nutzten nichts. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld – und wurde verurteilt.