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Fast acht Jahre Haft für Spielhallenräuber

Bedroht und gefesselt

Er kam mit Messer und Pistole, fesselte seine Opfer mit weißen Kabelbindern: Ein Jahr nach zwei Spielhallen-Überfällen in Bochum und Münster ist ein Serienräuber (52) am Dienstag am Landgericht zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 26.06.2012

Der 52-Jährige hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Der Überfall auf eine Spielhalle an der Universitätsstraße passierte am 29. Mai 2011. Es war 11.30 Uhr, als der Mann die Spielhalle betrat. Charmant bat er die Aufsicht, ihm einen Fünf-Euro-Schein zu wechseln, dann ließ er plötzlich ein Messer aufblitzen: Der 52-Jährige trat hinter den Tresen, umklammerte die Frau, fesselte ihre Hände mit Kabelbindern und griff in die Kasse. Seine Beute: 600 Euro.

Neun Wochen später in Münster nahezu das gleiche Bild: Wieder betrat der 56-Jährige mittags einen Spieltreff, wieder verwickelte er die Aufsicht in ein Gespräch, ehe er auch diese Frau mit Kabelbindern fesselte und sich dann an der Kasse bediente. Beute: 1200 Euro. Statt eines Messers hatte der Räuber diesmal eine Spielzeugpistole gezückt. Bauarbeiter, Staubsaugervertreter, Inhaber eines Biergartens: Beruflich ist der Angeklagte ein Tausendsassa. Richtig zufrieden war er aber nie. Nach eigenen Angaben lebte er zuletzt als Obdachloser, zog von Stadt zu Stadt, übernachtete in fremden Kellern. Betrunken war er angeblich nie. Der Angeklagte: „Ich war sozusagen ein moderner Penner.“

Für die Justiz ist der Mann ein Schwergewicht. Nach sieben Raubzügen war er 1999 zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Nach seiner Haftentlassung saß er schon bald erneut in einer Zelle. Ende 2011 verhängte das Landgericht Koblenz wegen eines neuen Beutezuges viereinhalb Jahre Haft.