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Hintergrund

Fast alle Länder waren schon einmal pleite

BERLIN Mit dem Auslaufen des Hilfsprogramms für Griechenland droht Athen die Staatspleite. Wieder einmal. Selten ist eine Staatspleite übrigens nicht: Fast alle Länder waren schon einmal bankrott, viele sogar mehrmals. Meistens waren Kriege schuld. Ein Blick in die Geschichte:

  • Griechenland war schon viermal bankrott. Im Prinzip war das Land schon 1827 pleite, also vor der Staatsgründung 1830. Es folgte ein zweiter Bankrott 1843. 1893 hieß es erneut: „Leider sind wir bankrott.“ Die Weltmarktpreise für Korinthen waren eingebrochen, die Weintrauben waren Griechenlands wichtigstes Exportgut. Als Folge der Weltwirtschaftskrise 1929 war Griechenland 1932 dann zum vierten Mal pleite.
  • Deutschland war nach dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg faktisch pleite. Viermal gewährten die Gläubiger massive Schuldenschnitte: 1924, 1929, 1932 und 1953. Vor 62 Jahren handelte die Regierung von Kanzler Konrad Adenauer mit 20 Staaten das Londoner Schuldenabkommen aus.
  • Auch in jüngerer Zeit gab es spektakuläre Staatspleiten: Island war 2008 als Folge der Lehman-Krise praktisch bankrott.
  • Argentinien war 2001/2002 pleite. Die Währung wurde drastisch abgewertet, das Bankensystem fiel ins Chaos, das Bruttoinlandsprodukt sank um 20 Prozent. In den Folgejahren aber brummte die Wirtschaft wieder.
  • Selbst große und mächtige Länder blieben von Pleiten nicht verschont. König Edward III. von England konnte 1345 seine im Hundertjährigen Krieg entstandenen Schulden nicht zurückzahlen.
  • In China kam es 1425 zur ersten Staatspleite, weitere folgten 1921 und 1939.
  • Spanien war im 16. Jahrhundert gleich dreimal pleite.
  • Am Vorabend der Französischen Revolution ist Frankreich unter König Ludwig XVI. faktisch zahlungsunfähig. Österreich war 1811 bankrott, Dänemark zwei Jahre später.

von dpa

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