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Fast sechs Jahre Haft für „falschen Polizisten“

Bochum. Ein Mann gibt sich als Polizist aus und ergaunert bei einer älteren Dame 20 000 Euro. Nach seiner Festnahme wird bekannt, dass es nicht seine erste Tat war. Jetzt wurde er verurteilt.

Fast sechs Jahre Haft für „falschen Polizisten“

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv

Nach zwei Raubüberfällen und einem Trickbetrug ist ein 36-jähriger Mann aus Herne am Montag zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte sich als Polizist ausgegeben und mit seinen Komplizen Schmuck und Bargeld in Höhe von rund 120 000 Euro erbeutet. Im Prozess vor dem Bochumer Landgericht hatte er ein Geständnis abgelegt. Alle Opfer waren Rentner. 

Der Angeklagte war im vergangenen Jahr festgenommen worden, nachdem seine Komplizen einer Seniorin aus Witten vorgegaukelt hatten, dass ihr Geld auf der Bank nicht mehr sicher sei und sie es lieber in die Obhut der Polizei geben sollte. Der 36-Jährige hatte die Aufgabe, das Geld abzuholen. Dabei hatte er sich mit einem gefälschten Ausweis als Polizeibeamter ausgegeben.

Durch einen DNA-Abgleich konnten später auch noch zwei Raubüberfälle aufgeklärt werden. In Bochum hatten der Angeklagte und zwei Mittäter im Herbst 2013 einen 85-jährigen Mann vor dessen Haustür überfallen, der gerade seinen Müll rausbringen wollte. Der Rentner wurde geschlagen, gefesselt und geknebelt. In Köln überfielen die Täter einen 75-jährigen Mann und dessen Ehefrau. 

Richter Michael Rehaag bezeichnete den Angeklagten bei der Urteilsbegründung als „Berufsverbrecher“. Wegen einer attestierten Drogensucht muss der 36-Jährige einen Teil der Haftstrafe in einer geschlossenen Therapie-Einrichtung verbringen. Nach seinen früheren Komplizen wird laut Staatsanwaltschaft zurzeit mit Hochdruck gefahndet.

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