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Feinschliff für Russland: Favoriten starten ins WM-Jahr

Berlin. Viel Zeit bleibt den WM-Favoriten nicht mehr. Zwei Testspiele, dann müssen die vorläufigen WM-Kader benannt werden. Die Stimmungs- und Personallage bei den großen Fußball-Nationen wie Deutschland, England oder Argentinien ist vor dem Start ins WM-Jahr ganz unterschiedlich.

Feinschliff für Russland: Favoriten starten ins WM-Jahr

Unter seiner Leitung verlor Rekordweltmeister Brasilien erst ein Spiel: Seleção-Coach Tite. Foto: Silvia Izquierdo

Knapp drei Monate vor Beginn der Fußball-WM bietet sich für die Turnierfavoriten die letzte Chance zum Testen und Ausprobieren.

Gegen hochkarätige Gegner arbeiten die Nationaltrainer von Deutschland, Brasilien, Frankreich und Co. zum Start ins WM-Jahr an der Turnierform - und erhoffen sich letzte Erkenntnisse für ihre Personalauswahl. Die Situation der WM-Favoriten im Überblick:

DEUTSCHLAND: Die Ausgangslage für Bundestrainer Joachim Löw zum Start ins WM-Jahr ist nahezu ideal. Von den Leistungsträgern fehlt nur Kapitän Manuel Neuer. Allerdings hat sich auf der Torwartposition Marc-André ter Stegen als zuverlässiger Stellvertreter etabliert. Marco Reus ist nach langer Verletzung noch im Wartestand. Mit 26 WM-Kandidaten geht Löw in die ersten Länderspiele gegen Spanien und Brasilien. Auf Mario Götze verzichtet er bei der letzten Sichtung vor der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders am 15. Mai. Weltmeister Deutschland geht mit einer Erfolgsserie von 21 Spielen ohne Niederlage Richtung Russland, wo der fünfte WM-Titel das Ziel ist.

BRASILIEN: Seit Tite da ist, läuft es. Als der 56-Jährige die Seleção im Juni 2016 von Carlos Dunga übernahm, stand die Mannschaft in der WM-Qualifikation auf dem sechsten Platz. Es folgten neun Siege am Stück und letztlich die souveräne Qualifikation als Tabellenerster. Unter der Leitung Tites, der zuvor fast ausnahmslos brasilianische Erstligisten trainiert hatte, ging von bisher 21 Partien erst eine verloren - ein 0:1 im Testspiel gegen Argentinien im Juni 2017. Der Rekordweltmeister reist also mit großem Selbstbewusstsein, aber ohne Bundesliga-Profis nach Berlin. Zu den Stützen des Teams zählen stattdessen neben dem derzeit verletzten Superstar Neymar auch die ehemaligen Bundesliga-Spieler Roberto Firmino und Renato Augusto.

ENGLAND: Trainer Gareth Southgate will vor allem auf der Torhüterposition neue Erkenntnisse gewinnen. Vier Kandidaten hat er vor den Testspielen gegen die Niederlande und Italien eingeladen, darunter den Neuling Nick Pope vom FC Burnley. Der 25-Jährige belegt in der Torhüterstatistik der Premier League derzeit Platz zwei hinter dem Spanier David de Gea von Manchester United. Hingegen landet Joe Hart, die bisherige Nummer eins im England-Tor, weit hinten in der Liste. Im Angriff muss Southgate verletzungsbedingt auf Tottenham-Star Harry Kane verzichten. Der Torschützenkönig der vergangenen beiden Jahre fällt wegen einer Knöchelblessur mehrere Wochen aus, gilt aber in Russland als gesetzt - vorausgesetzt er ist gesund. Mit Blick auf seine Kaderplanung für die WM sagte Southgate in dieser Woche: „Wir sind noch an der Arbeit, aber ich sehe Anzeichen von Verbesserung, und das ist das Wichtigste.“

FRANKREICH: Nach einer weitgehend reibungslosen WM-Qualifikation arbeitet Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps am Feinschliff. Sorgen bereitet dem Weltmeister-Kapitän von 1998 einzig die Position des Linksverteidigers, da 58-Millionen-Euro-Mann Benjamin Mendy nach seiner Knieverletzung für die WM womöglich ausfällt. Offensiv hat Deschamps dagegen die Qual der Wahl, zumal in dem Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé ein weiterer Hochkaräter nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung steht. So ist im aktuellen Kader des Vize-Europameisters für die Länderspiele gegen Kolumbien und in Russland nicht einmal Platz für Arsenal-Stürmer Alexandre Lacazette. Auch der momentan verletzte Bayern-Flügelstürmer Kingsley Coman ist für die WM eine weitere Option. Aus der Bundesliga dürfen sich noch der Stuttgarter Verteidiger Benjamin Pavard und Bayerns Corentin Tolisso Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen.

SPANIEN: Die in der WM-Qualifikation ungeschlagenen Spanier (neun Siege, ein Unentschieden) setzen weiter auf Routiniers wie Andrés Iniesta, Sergio Ramos, Gerard Piqué und Jordi Alba. Nationaltrainer Julen Lopetegui hat als einzigen Bundesliga-Profi Thiago nominiert, der am Wochenende beim FC Bayern wegen einer Zerrung fehlte. Neu dabei sind Marcos Alonso vom FC Chelsea, Dani Parejo vom FC Valencia und Jungstar Rodrigo Hernández vom FC Villarreal. Verzichten muss der Weltmeister von 2010 auf den verletzten Sergi Busquets vom FC Barcelona. Barça-Kapitän Iniesta fehlte in dieser Saison beim spanischen Tabellenführer immer mal wieder wegen Blessuren, wurde zuletzt beim 2:0 gegen Bilbao erst in der 64. Minute eingewechselt.

ARGENTINIEN: Die Argentinier müssen den Eindruck der ebenso mühselig wie knapp geschafften Qualifikation endlich wettmachen. Superstar Lionel Messi stieß erst am Dienstag zum Kader, der sich unter Trainer Jorge Sampaoli auf dem Gelände von Manchester City auf den Klassiker gegen die nicht für die WM qualifizierten Italiener an diesem Freitag vorbereitet. Vier Tage später heißt der Gegner Spanien, gespielt wird in Madrid. Fehlen wird Emanuel Mammana von St. Petersburg, der wegen eines Kreuzbandrisses Monate ausfällt und die WM verpasst. Große Hoffnungsträger neben Messi sind bekannten Profis wie Gonzalo Higuaín, Angel di María oder Keeper Sergio Romero. Hoch gehandelt wird aber auch Mammanas Vereinskollege Leandro Paredes.

PORTUGAL: Der Europameister um den mehrfachen Weltfußballer Cristiano Ronaldo fängt mit einer nicht ganz so schweren Aufgabe gegen Ägypten zum Einstieg ins WM-Jahr an. Danach geht es gegen die Niederlande, zumindest ein Spiel mit gewissem Prestige. Trainer Fernando Santos stimmt sich mit seiner Mannschaft am Verbandssitz nahe Lissabon auf die beiden Partien am Freitag in Zürich und drei Tage später in Genf ein. Fehlen wird ihm William Carvalho. Der Mittelfeldspieler verletzte sich im Training am Oberschenkel. Santos verzichtete darauf, einen Spieler nachzunominieren. Aus der Bundesliga steht nur Raphaël Guerreiro von Borussia Dortmund im Kader.

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