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Fernseher gegen Beamer: Großes Display oder große Leinwand?

Berlin (dpa/tmn) Die Entscheidung zwischen Beamern und Fernsehern fällt vielen Heimkino-Besitzern schwer. Große und brillante Bilder gibt es mit beiden Geräten, sagen Experten - teils sogar in 3D. In einigen wichtigen Kategorien haben Fernseher zurzeit aber die Nase vorn.

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«Iron Man» zum Greifen nah: Bei einer wandfüllenden Projektion kommt Kino-Feeling auf. Fotomontage: Andrea Warnecke

Immer etwas umständlicher: Bevor das Filmvergnügen starten kann, muss beim Beamer der Verstärker angeworfen, das Zimmer abgedunkelt und vielleicht noch eine Leinwand aufgebaut werden. Foto: Andrea Warnecke

Der Klassiker: Gerade bei hellerem Umgebungslicht spielen Fernseher ihre Stärken aus. Foto: Monique Wüstenhagen

Ob Fußball-EM oder Filmabend - sowohl Sportfans als auch Cineasten setzen für die große Unterhaltung zu Hause auf entsprechend große Bilder. Fernseher mit Diagonalen jenseits der 50 Zoll sind inzwischen keine Seltenheit mehr, echtes Kinogefühl gibt es aber nach wie vor nur per Beamer. Doch welche Variante ist insgesamt die bessere?

Vor schlechten Bildern müssen Käufer eines Projektors keine Angst mehr haben - unter einer Voraussetzung: «Heutige Beamer sind erstaunlich kontrastreich und richtig gut, wenn es recht dunkel im Zimmer ist», erklärt Jürgen Nadler von der Stiftung Warentest in Berlin. «Bei hellerem Umgebungslicht sind TV-Geräte dagegen besser.» Beim Beamer kommt als Problem hinzu, dass er nur das Bild liefert. Für den Ton muss der Besitzer zusätzlich Verstärker und Lautsprecher anschließen, alles Zubehör aufbauen und das Zimmer abdunkeln. «Für technisch unversierte Nutzer ist ein Fernseher zu empfehlen, da ist alles drin: Lautsprecher, Empfänger und der Bildschirm zur Wiedergabe», rät der Tester.

Ein weiterer Vorteil der Fernseher sind Zusatzfunktionen, die Beamer nicht bieten können - darunter zum Beispiel Internet-TV. «Hier herrscht bereits ein riesiges Angebot, das Zugriff unter anderem auf Mediatheken der Fernsehsender und Youtube erlaubt», erklärt der Experte. Wer solche Funktionen nutzen will, braucht einen sogenannten Smart TV. Der Netzzugriff muss aber nicht unbedingt über den Fernseher erfolgen - auch aktuelle Blu-ray-Player und Sat-Receiver sind inzwischen oft mit einem Internetzugang ausgestattet.

Fast zehn Millionen Flachbildfernseher wurden im vergangen Jahr in Deutschland verkauft. Der IT-Verband Bitkom erwartet für 2012 ein weiteres Wachstum mit Rekordwerten, außerdem sinkt der Durchschnittspreis für Fernseher dieses Jahr von 625 auf knapp 600 Euro. 32 Zoll sind bei Fernsehern oft schon Standard, die Tendenz geht eher zu größeren Bildformaten, sagt Jürgen Nadler: «Wenn der Fernseher ins Zimmer passt, kaufen Sie ruhig eine Nummer größer.»

Außerdem empfiehlt der Experte, beim Fernseherkauf auf die richtigen Features zu achten. Wichtig sei zum Beispiel der sogenannte Triple Tuner, der digitales Fernsehen per Antenne (DVB-T), Kabel (DVB-C) oder Satellit (DVC-S) empfängt. Die Wahl zwischen LCD- und Plasmatechnologie ist eher Geschmackssache: «Plasmageräte schaffen das schwärzeste Schwarz, während bei manchen LCD-Fernsehern ein Restgrau in Dunkelbereich verbleibt.» Allerdings verschwinden solche Fernseher langsam vom Markt, zudem sind sie stromhungriger als die LCD-Konkurrenz.

Sowohl bei Fernsehern als auch bei Beamern locken die Hersteller mit 3D-Funktionen. Verbraucher haben die Wahl zwischen Shutter- und Polfiltertechnik. Bei der räumlichen Bilddarstellung bietet die Shutter-Technik Full-HD-Auflösung mit 1920 mal 1080 Pixeln. Allerdings sind die dafür benötigten Brillen relativ teuer. Außerdem kann die Synchronisation zwischen Brille und Fernseher abreißen, dann verschwindet das 3D-Bild. Bei Polfilter-Geräten halbiert die Technik die Auflösung des Bilds, dadurch sinkt die Bildqualität merklich. Dafür sind die dazugehörigen Brillen deutlich günstiger.

Bei 3D-Beamern setzen die Hersteller fast ausschließlich auf Shutter-Technik. Oft spricht die Industrie dabei von 3D-Ready-Geräten - für Brillen und Transmitter müssen Verbraucher extra bezahlen. «Im Gegensatz zu den TV-Kollegen hat sich 3D im Beamer-Sektor binnen kürzester Zeit zum unverzichtbaren Ausstattungsmerkmal gemausert», urteilte die Zeitschrift «audiovision» nach einem Test von 14 Projektoren. Dabei fiel allerdings auf, dass bei vielen Beamern im 3D-Modus die Helligkeit stark zurückgeht. Hinzu kommt ein satter Aufpreis für die zusätzliche Raumwirkung.

Für Techniktester Nadler ist 3D lediglich ein Gimmick. Wichtiger ist für ihn die Qualität des Fernsehbildes: «Ein brillantes, kontrastreiches Bild wirkt bei detaillierter Darstellung plastisch und kann bereits eine räumliche Empfindung beim Betrachter hervorrufen.» Full HD sollte es dafür allerdings schon sein - sowohl bei Beamern als auch bei Fernsehern.

2012 werden in Deutschland verstärkt Fernseher mit der sogenannten 4K-Auflösung auf den Markt kommen. Darauf weist der IT-Verband Bitkom hin. 4K zeigt Bilder mit maximal 4096 mal 2160 Pixeln - etwa das vierfache von Full HD. Jürgen Nadler von der Stiftung Warentest hält das aber noch für ferne Zukunftsmusik: «4K-Geräte werden sehr teuer sein, außerdem gibt es bisher noch kein Abspielmaterial.» Echte Vorteile seien nur bei guten digitalen Fotos zu erkennen, den Qualitätssprung zwischen Full HD und 4K könnten nur wenige Menschen überhaupt wahrnehmen.

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