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Neues Uschmann-Buch

Festivalratgeber: Kein Toastbrot einpacken

ASCHEBERG Mit „Rock am Ring“ in der Eifel hat am Freitag die Festival-Saison begonnen. Für Uwe Becker Anlass, mit Bestseller-Autor Oliver Uschmann (Hartmut und ich) über das Thema zu sprechen. Gerade hat der Mann aus Ascheberg das Buch „Überleben auf Festivals“ (Heyne-Verlag) veröffentlicht.

Festivalratgeber: Kein Toastbrot einpacken

Schriftsteller Oliver Uschmann (Hartmut und ich) hat pünktlich zum Start der Festivalsaison einen Ratgeber auf den Markt gebracht.

Och, so um die drei Dutzend sicherlich.

Ich war oft beim Hurricane-Festival und mag auch Haldern Pop am Niederrhein, wo es dann etwas sanfter zugeht.

Nein, da bin ich regelmäßig beim Moerser Jazzfestival, das parallel stattfindet. Da gibt es nämlich noch wirklich anarchistisches Camping, kombiniert mit Horizonterweiterung. Im Zelt gibt’s Jazz und Avantgarde, drumherum zeltet man im Stadtpark. Ohne Ordner, Security, Zäune.

Sicherlich. Es gibt noch viele davon. Burg Herzberg zum Beispiel, da wird viel Retro-Rock gespielt. Das Ganze liegt eingebettet in einem Tal zwischen Nadelbäumen, und man trifft fast nur Hippies. Das hat noch was sehr ursprüngliches, als wäre es gerade von Gott so zwischen die Bäume geworfen worden. Es gibt viel zu entdecken.

Wenn man unter 20 ist, reicht eine Zahnbürste. Da darf man sich noch durchschnorren. Man schläft im Zelt eines Schwippschwagers oder unter freiem Himmel. Dann schnorrt man beim Kegelclub nebenan schnell einen Nudelsalat oder ein Stück Spanferkel und ein Stück weiter ein Bier. Wenn man älter wird, geht das nicht mehr.

Zur Grundausstattung gehört ein Zweierzelt, in dem man allein übernachtet. Es sei denn, man hat Freund oder Freundin. Denn betrunkene Kumpels, die einem nachts ihr Herz öffnen oder noch schnell was über die Musik loswerden wollen, sind zu nervig. Ansonsten sollte man einen kleinen Gaskocher und Ravioli dabei haben. Und etwas, was viele vergessen.

Ein unzerstörbares Identifikationsobjekt. Entweder Namen, Telefonnummer und den Ort, an dem man im Falle eines Deliriums gebracht werden will, mit einem Stift auf die Haut schreiben oder in irgendwas eingravieren, das man immer am Körper trägt. Auf das Portemonnaie ist kein Verlass, weil es immer als erstes verschwindet.

Nie Toastbrot mitnehmen. Das ist meist schon bei der Ankunft zerbröselt. Oder es löst sich bei Feuchtigkeit auf. Und Nutella draufschmieren geht auch nicht. Ein No-Go sind auch Bier-Mixgetränke. So was tut man nicht. Bier ist Bier. Und als drittes wäre da noch der Kumpel, der Fachmann in Sachen Musik ist.

Mit dem hat man keinen Spaß, weil er die ganze Zeit nur über die Bands lästert, die angeblich mit nur vier Akkorden auskommen. Das sind Spaßbremsen.

Natürlich sollte man die Mülltüte mit dem Loch für den Kopf dabeihaben. Ansonsten: aushalten. Wer’s schon einmal erlebt hat, weiß, wie euphorisierend so ein kräftiger Regenguss wirken kann. Er ist gut für den Zusammenhalt des Publikums, weil man sich gegen das Wetter solidarisiert.

Vandalen, die vor allem am letzten Festivaltag alles anzünden, was ihnen im Weg steht. Da haben sie ja nichts mehr zu verlieren. Man erkennt diese Leute an der Vorliebe für den Spruch „Leider geil“, wenn mal wieder eine Gaskartusche ins Feuer fliegt und an orangefarbenen Signalwesten. Da habe ich selbst schon die Polizei gerufen. Meiden sollte man auch Menschen, die einen Diesel-Generator dabeihaben. Die leben in ihrer Generator-Hölle. Sie besitzen meist eine Anlage mit Boxen, die denen auf der Bühne in nichts nachstehen, und hören tagelang Slayer oder Motörhead. Aufs Konzert gehen die meist nicht. 

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