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Ungesunde Ernährung

Fettsucht durch Profitsucht?

San Francisco Eine Milliarde Menschen weltweit hungern, zwei Milliarden Menschen haben Übergewicht. Wissenschaftler schreiben den Riesen der Lebensmittelindustrie eine Mitschuld an diesem Ungleichgewicht zu.

Fettsucht durch Profitsucht?

Ist die Lebensmittelindustrie Schuld an Millionen von Übergewichtigen?

Im Fachjournal „PLoS Medicine“ fordern sie, Gesundheitsrisiken der Nahrungsmittel und Getränke von „Big Food“ stärker zu prüfen und bekannt zu machen. Essen, anders als Tabak oder Drogen, ist lebensnotwendig und spielt eine zentrale Rolle für Gesundheit und Krankheit. Dennoch kontrollieren die großen Lebensmittelunternehmen, was Menschen weltweit essen“, heißt es in einem der „PLoS“-Artikel. In den USA kontrollieren demnach die zehn größten Lebensmittelhersteller mehr als die Hälfte der Nahrungsmittelverkäufe. Weltweit seien es 15 Prozent, Tendenz steigend. Der zunehmende Verzehr von in Fabriken hergestellten „Big Food“-Produkten trage zur Ausbreitung von Übergewicht und Diabetes bei. Das Risiko, an Folgen von Übergewicht zu sterben, steht an fünfter Stelle weltweit. Übergewicht bei Kindern ist eine der größten Herausforderungen für die Gesundheit im 21. Jahrhundert. Diese Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt ein Autorenteam der beiden US-Institute Public Health Advocacy Institute in Boston (Massachusetts) und der Berkeley Media Studies Group (Kalifornien). 

Eine Ursache seien zuckerhaltige Getränke. „Zwischen 1977 und 2004 haben Kinder in den USA ihre Kalorienaufnahme mehr als verdoppelt, im Jahr 2004 stammten 13 Prozent der Kalorien von zuckerhaltigen Getränken“, heißt es. Die süßen Drinks hätten zwischen 1977 und 2007 zu einem Fünftel zur Gewichtszunahme bei US-Bürgern beigetragen. Die Wissenschaftler analysieren auch Programme, die Getränkehersteller gestartet haben. Diese ähnelten Kampagnen der Tabakindustrie, so der Vorwurf, und zielten zu sehr auf die Eigenverantwortung der Verbraucher ab. Dazu gehöre „Live Positively“ von Coca-Cola in den USA. Nach Angaben eines deutschen Coca-Cola-Sprechers gehört „Live Positively“ (in Deutschland: „Lebe die Zukunft“) zu einer Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns. „Zu einer gesunden Lebensweise zählen eine ausgewogene Ernährung, zu der alle Lebensmittel wie auch Softdrinks gehören können, sowie ausreichend Bewegung“, so der Sprecher. „Wir bieten eine breite Palette alkoholfreier Getränke an, die Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein können, zunehmend auch Produkte ohne Zucker oder Kalorien.“

Um dem Problem Herr zu werden, wollen die Autoren der Studie sich aber nicht auf die Selbstregulation der Unternehmen verlassen. „Public Health-Experten müssen erkennen, dass der Einfluss von ,Big Food‘ auf die globale Ernährung ein Problem darstellt.“ Verantwortliche für Gesundheit sollten dem Thema Ernährung eine ebenso hohe Priorität einräumen wie dem Kampf gegen HIV/Aids, Infektionen und andere Krankheiten. Initiativen könnten sich zum Beispiel gegen Werbemaßnahmen speziell für Kinder richten oder auf bessere Richtlinien für Schulmahlzeiten abzielen.

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