Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Feuer in Flüchtlingshaus - Besitzer: «Anschlag mit Ansage»

Meißen (dpa) Nach den Protesten gegen ein Flüchtlingsheim in Freital sorgt ein anderer Fall in Sachsen für Aufsehen. Ein Haus in Meißen, in dem gut 30 Flüchtlinge Platz finden sollten, wird angezündet. Gab es schon frühzeitig Drohungen?

Feuer in Flüchtlingshaus - Besitzer: «Anschlag mit Ansage»

Ein Polizist geht in Meißen nach dem Brandanschlag an der noch unbewohnten Unterkunft für Asylbewerber vorbei. Foto: Sebastian Kahnert

Nach dem Feuer in einer noch unbewohnten Unterkunft für Asylbewerber in der sächsischen Stadt Meißen hat der Hauseigentümer von einem «Anschlag mit Ansage» gesprochen.

Anfang Juni habe er an der Tür einen Zettel mit einer klaren Drohung gefunden, sagte Ingolf Brumm, Geschäftsführer der gleichnamigen Baufirma. Darauf seien die Asylbewerber ironisch willkommen geheißen worden - mit der Aufforderung, das Land so schnell wie möglich wieder zu verlassen.

Als er bei der Polizei Anzeige erstatten wollte, habe man ihn «an der Tür abserviert», sagte der Eigentümer, der die Flüchtlingsunterkunft in den vergangenen beiden Jahren saniert hat. Begründung sei gewesen, dass man nur Anzeige erstatten könne, wenn ein Schaden vorliege, fügte er hinzu. Eine Sprecherin des für extremistische Straftaten zuständigen Operativen Abwehrzentrums der Polizei (OAZ) betonte, man nehme derartige Hinweise immer ernst.

Das Feuer war in der Nacht zum Sonntag in einem vierstöckigen Mehrfamilienhaus ausgebrochen, das demnächst bis zu 35 Flüchtlinge beherbergen sollte. Den Angaben der Polizei zufolge wurde an zwei Stellen Feuer mit Hilfe eines Brandbeschleunigers gelegt. Verletzt wurde niemand, das Gebäude war unbewohnt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sprach bei einer Ortsbesichtigung am Sonntag von einem «feigen Brandanschlag». Man werde alles dafür tun, dass die Verantwortlichen gefasst würden, betonte er. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der seinen Wahlkreis in Meißen hat, sagte dem «Tagesspiegel», er toleriere «keine Form von Gewalt oder Hass.»

Unklar ist, ob mutmaßliche Rechtsextreme mit dem Brand zu tun haben. Die «Initiative Heimatschutz», die im Internet Stimmung gegen Flüchtlinge macht, hatte für Samstagabend zu einer «spontanen Zusammenkunft» in Meißen aufgerufen. Auf Facebook distanzierte sich die Initiative «von jeglichen Brandstiftungen.»

Bereits seit Tagen macht Sachsen Schlagzeilen, weil im etwa 30 Kilometer entfernten Freital allabendlich einige Dutzend Menschen mit teils rassistischen Parolen gegen ein Flüchtlingsheim protestieren.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...

Politik

Anti-Terror-Kampf: Frankreich verschärft Sicherheitsgesetze

Paris (dpa) Seit fast zwei Jahren gilt in Frankreich der Ausnahmezustand, nun soll er übernächste Woche auslaufen. Doch ein neues Anti-Terror-Gesetz sorgt dafür, dass die Behörden bisherige Sonderrechte im Kern behalten - zumindest vorerst.mehr...

Politik

Innenminister und Polizei kritisieren Junckers Schengen-Plan

Berlin (dpa) Den Schengen-Raum auf alle EU-Staaten ausweiten - der Vorschlag des EU-Kommissionspräsidenten sorgt für kollektives Kopfschütteln unter deutschen Innenexperten. Was spricht gegen die Idee?mehr...

Politik

Nach London-Anschlag: Festnahme und Wohnungsdurchsuchung

London (dpa) In Großbritannien wird ein 18-Jähriger im Bereich des Hafens von Dover in Gewahrsam genommen. Die Innenministerin spricht von einer "sehr bedeutenden" Festnahme nach dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn. Auch eine Wohnung nahe London wird durchsucht.mehr...

Politik

De Maizière: Habe keinen muslimischen Feiertag vorgeschlagen

Berlin (dpa) Mit wenigen Sätzen zur möglichen Einführung eines muslimischen Feiertages hat Thomas de Maizière eine kontroverse Debatte ausgelöst. Über Tage nahm die Diskussion an Fahrt auf, verselbstständigte sich. Nun versucht der CDU-Mann, die Sache wieder einzufangen.mehr...

Politik

Entsetzen nach Anschlag auf maltesische Journalistin

Valletta (dpa) Feinde hatte Daphne Caruana Galizia viele. Mit unbequemen Enthüllungen machte sie den Mächtigen auf dem Inselstaat Malta das Leben schwer. Jetzt ist sie tot - gestorben bei einem Bombenattentat.mehr...