Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Filmdreh in Witten: Junggesellenbude wurde zum Frauenzimmer

WITTEN „Ethik und Moral? Das sind theoretische Grundsätze, die im harten Kampf der Medien um Einschaltquoten nicht mehr viel zählen“, zeichnet Menno Döring (25) ein düsteres Bild. Passend zum Thema arbeiten der Regisseur und sein Team gerade an einem 30-minütigen Kurzfilm mit dem Titel „Johanna Nukaris Wissen über die vierte Macht“.

von Von Bianca Belouanas

, 06.08.2008

In diesem lässt der studierte Medienwissenschaftler auch (negative) Erfahrungen einfließen, die er selbst auf der Suche nach Skandalen und Emotionen für einen Privatsender gemacht hat.

Nachdem das Team am Samstag schon einen kompletten Drehtag in einer Ruhr Nachrichten-Redaktion in Dortmund verbracht hatte, ging es gestern nach Witten. Jakob Müller, Student der Universität Witten/Herdecke und Freund von Menno Döring, hatte dort kurzerhand sein kärglich weiß möbliertes Zimmer an der Uthmannstraße 37 geräumt.

Nun war es die Aufgabe von Szenenbildner Mark „Euro“ Hangebruch (28), die Junggesellenbude in das gemütliche Heim von Hauptfigur Johanna Nukaris zu verwandeln. „Frauen richten sich ja grundsätzlich etwas gemütlicher und hübscher ein“, weiß Hangebruch. „Da braucht es Bilder, Duftkerzen und Accessoires. Der echte Bewohner fand die Verwandlung interessant, meinte aber, das sei „nicht so ganz“ sein Stil.

Isabella Surel kommt frisch von der Münchener Schauspielschule und spielt im Film die Rolle der Johanna – eine hochbegabte Psychologie- und Journalistikabsolventin, die ihre ethischen und moralischen Grundsätze über Bord werfen muss, um bei ihrem Arbeitgeber, dem landesweit größten Fernsehsender E-TV, Erfolge zu feiern. Ihre inneren Konflikte scheinen sie in eine Krise zu steuern. „Doch am Ende steht ein Happy End – nicht unbedingt mit dem moralischen Zeigefinger, aber mit einem Denkanstoß, der die Zuschauer dazu animieren soll, das Gesehene in Zukunft medienkritisch zu hinterfragen“, erklärt Menno Döring, für den „Johanna Nukaris Wissen über die vierte Macht“ nicht nur ein Film, sondern auch die Diplom-Arbeit ist.

Und die wird nicht billig. Bis zu 15 000 Euro könne das Projekt insgesamt kosten. „Ohne die Unterstützung von Sponsoren ginge das überhaupt nicht“, sagt der Regisseur. Zwar kämen nur 20 Prozent seiner Sponsoren aus Witten, „dafür liefern sie aber rund 50 Prozent der Gesamtsumme“, betont er dankbar. Acht Drehtage hat der 25-Jährige für den Film angesetzt, vom 1. bis zum 8. August. Danach folgen Schnitt und Vertonung. Bis Mitte Dezember soll der Film komplett im Kasten sein. Premiere ist im Januar im Dortmunder Cinestar. Ob das Werk auch in Witten gezeigt wird? „Wir werden es auf jeden Fall versuchen“, verspricht Döring.